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Winterspiele : Deutsches Olympia-Team reist nach Sotschi

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Der Medienrummel am Frankfurter Flughafen war groß: Die deutsche Olympia-Mannschaft wurde offiziell zu den Winterspielen nach Sotschi verabschiedet. Stars wie Maria Höfl-Riesch stiegen mit hohen Zielen, aber offenbar wenig Angst in den Flieger.

Frankfurt/Main | Anna Seidel konnte vor Nervosität kaum schlafen. Die 15-jährige Shorttrackerin ist neben Skispringerin Gianina Ernst die jüngste Athletin im deutschen Olympia-Team und wurde am Dienstagfrüh auf dem Frankfurter Flughafen mit großem Trara und einem Teil der Mannschaft zu den Winterspielen nach Sotschi verabschiedet. „Ich bin total aufgeregt“, sagte sie. „So viele Sportler kenne ich gar nicht. Magdalena Neuner war immer ein Vorbild für mich, aber die ist ja nicht mehr dabei.“ 

Insgesamt stiegen neben Seidel und Skistar Maria Höfl-Riesch noch 28 weitere Sportler sowie 50 Offizielle und Betreuer aus der Delegation des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) in den Sonderflieger LH 1474. Am Dienstagnachmittag landete die Maschine mit geringfügiger Verspätung am Schwarzen Meer und wurde von einem großen Medienaufgebot erwartet. Der deutsche Chef de Mission, Michael Vesper, nahm nach den Einreiseformalitäten auf dem Flughafen als Erster seine Olympia-Akkreditierung in Empfang.

Einige der insgesamt 153 deutschen Athleten sind bereits in Sotschi, andere werden bis zur Eröffnung der Spiele am Freitag noch folgen - es ging am Dienstagmorgen einzig um die symbolträchtige und bildgewaltige Verabschiedung des deutschen Teams.

Und so wurden die Sportler von einem großen Medieninteresse, einigen offiziellen Reden, aber offenbar keinen allzu großen Bedenken über die seit Monaten diskutierte politische Situation in Russland begleitet. „Wir haben diese Diskussionen nicht nur verfolgt, sondern auch mitgeführt. Die sind mit bei uns im Gepäck, aber jetzt wird erst einmal der Sport im Vordergrund stehen“, sagte Vesper. Höfl-Riesch meinte dazu: „Man wird ja ständig darauf angesprochen von den Medien. Nicht alles stimmt vielleicht. Aber jetzt fahren wir selbst hin und können uns vor Ort ein Bild machen.“

Die sportlichen Ziele der deutschen Mannschaft sind hoch. „Wir wollen das Ergebnis von Vancouver 2010 wiederholen. Vor vier Jahren haben wir 30 Medaillen geholt, von daher ist das ein schwieriges, ambitioniertes Ziel“, betonte DOSB-Generaldirektor Vesper.

Skirennfahrerin Viktoria Rebensburg gewann vor vier Jahren Gold im Riesenslalom. „Ich hätte nichts dagegen, wenn ich auf dem Rückflug wieder etwas Kleines, Glänzendes im Handgepäck hätte“, meinte die 24-Jährige. „Aber dafür muss alles passen.“ 

Das bekannteste Gesicht des deutschen Wintersports ist ihre Alpin-Kollegin Höfl-Riesch. Die zweifache Olympiasiegerin von Vancouver freute sich hörbar über den Medienrummel am Flughafen. „Ist doch schön, dass alle so begeistert sind und mitfiebern. Ich bin erleichtert, dass es jetzt endlich losgeht“, sagte sie vor rund 100 Journalisten und 15 Kamerateams. Noch einmal zwei Goldmedaillen könne man „nicht erzwingen“. Aber das Schöne an Olympischen Spielen sei ja: „Ich habe dort fünf Chancen. Und wenn eine Chance vorüber ist, kommt ein paar Tage später schon die nächste.“ 

Vesper betonte bei seiner Rede, dass der Bahnhof für die deutsche Mannschaft bei ihrer Rückkehr am 24. Februar in München noch größer sein wird als bei der Verabschiedung. Unter anderen habe Bundespräsident Joachim Gauck sein Kommen schon zugesagt, den Spielen selbst wird er fernbleiben. „Das zeigt, dass seine Absage nichts mit den Sportlern zu tun hat. Er macht damit deutlich, dass er hinter den deutschen Sportlern steht“, meinte der Chef de Mission stolz.

Bei aller Vorfreude auf Sotschi und aller Medienpräsenz am Flughafen: Die Prominenz von Fußballern haben die deutschen Wintersportler offenbar noch nicht ganz erreicht. Als sie an ihrem Schalter gerade eincheckten und die Fotografen nach den besten Motiven suchten, meinte einer: „Der Wasmeier fährt nicht mehr, oder?“

Mehr zu den olympischen Spielen in Sotschi gibt es hier.

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erstellt am 04.Feb.2014 | 16:37 Uhr

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