"Der Weg ist das Ziel"

Im Job hat sie sich eine Auszeit genommen, der zehn Kilo schwere Rucksack ist gepackt. Die Ärztin Swantje Knopf will an diesem Sonntag von ihrer Lübecker Wohnung aus den Jakobsweg bestreiten. Für die 3500 Kilometer, ein kleiner Umweg in Frankreich inklusive, plant die 30-Jährige ein halbes Jahr ein.

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23. April 2008, 11:35 Uhr

Wie kamen Sie auf die Idee, von Lübeck bis nach Santiago zu pilgern?
"Ich bin eine gläubige Christin und gehe den Weg aus religiösen Gründen. Neugierig bin ich bereits vor zehn Jahren geworden, als ich das erste Mal vom Jakobsweg hörte. Natürlich habe ich auch Hape Kerkelings "Ich bin dann mal weg" und zahlreiche andere Bücher gelesen. Jetzt ergab sich passenderweise die Gelegenheit, im Job eine Auszeit zu nehmen. Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen. Ich starte direkt von meiner Haustür aus. Der Weg ist das Ziel."
Was erwarten Sie von Ihrer Pilgerreise durch halb Europa?
"Ich will nicht zu viel erwarten, das ist, glaub ich, das falscheste, was man machen kann. Aber ich freue mich auf die freie Zeit, auf zahlreiche Begegnungen und darauf, draußen in der Natur zu sein. Außerdem will ich ein bisschen über mich erfahren, darüber wo ich im Leben stehe. Blasen werde ich sicher auch bekommen, die bekommt jeder. Ich möchte täglich rund 20 Kilometer zurücklegen und Ende Oktober in Santiago ankommen."
Was packt man für eine 180-Tage-Tour ein?
"Freunde haben mir ein GPS-System ans Herz gelegt, aber ich reise ganz klassisch mit Karte und Kompass. Mein Rucksack ist zehn Kilo schwer, plus Wasserflasche. Darin habe ich neben einem Schlafsack und wenige Klamotten auch eine Flöte, ein Tagebuch und ein paar Fotos. An Kosten plane ich 30 Euro pro Tag ein. Und für den Notfall nehme ich auch ein Handy mit. Das bleibt aber die meiste Zeit aus."

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