Roger Cicero : Der swingende Frauenversteher

Lässiger Gang, charmantes Lächeln - Roger Cicero auf der Bühne in der Flensburger Campushalle. Foto: Mormann
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Lässiger Gang, charmantes Lächeln - Roger Cicero auf der Bühne in der Flensburger Campushalle. Foto: Mormann

Er weiß, was Frauen hören wollen, wie sie reden und was sie bei Männern auslösen. Und seine Weisheiten präsentiert er in heiterem Swing und Jazz. Roger Cicero begeisterte gestern Abend die Flensburger in der Campushalle.

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15. Februar 2008, 10:41 Uhr

"Frauen regiern die Welt", wusste Roger Cicero schon im vergangenen Jahr, als er nach Helsinki zum Eurovision Song Contest fuhr. Daher war seine Frage ins Publikum der Campushalle auch nicht ungewöhnlich: "Welcher Mann ist heute Abend nicht ganz freiwillig hier?" Der Arm von Robert Birker aus Glücksburg hob sich - besser gesagt: wurde gehoben von seiner Begleiterin. "Wie hat sie dich denn rumbekommen?", fragte Cicero. Die perfekte Einleitung zu seinem Stück "Sie will es nunmal".
Der Entertainer spielte nicht nur für, sondern mit seinem Publikum. Er ging von der Bühne, zog durch die Reihen, schüttelte Hände und sah mancher Zuschauerin bei einigen Texten tief in die Augen. Dafür erntete er am Valentinstag so manche Rose.
Bekannten Titeln neuen Touch eingehaucht
Cicero ließ seine Stimme oft tanzen. Bekannte Stücke seiner beiden Alben "Männersachen" und "Beziehungsweise" bekamen einen ganz neuen Touch, als er einige sonst gradlinige Töne schwingen ließ, verkürzte oder verlängerte. Als Cicero bekannte, der wohl größte Prince-Fan überhaut zu sein und überraschenderweise einen Titel des amerikanischen Popstars schmetterte, waren die Zuschauer aus dem Häuschen - wer hätte gedacht, dass der 37-Jährige so hoch singen kann?
Nach der Pause ging es richtig ab: Als Matthias "Matze" Meusel sein Schlagzeug-Solo schmetterte, waren die 1800 Hallenbesucher vollkommen aus dem Häuschen und ließen die Tribünen beben. Ob "Murphys Gesetz", "Wenn sie dich fragt..." oder "Alle Möbel verrückt" - die Zuschauer hielt es nicht mehr auf den Stühlen. Nach dem Titel "Kein Abendessen bei Lutz und Tina" versicherte Cicero, dass mit diesem Stück nicht sein Pianist Lutz Krajenski gemeint sei. "Er ist ganz ehrlich ein toller Gastgeber."
Vom "Gute-Laune-Swing" zur Gänsehaut
Für Gänsehaut sorgte der Berliner Sänger, der mittlerweile in Hamburg wohnt, mit dem Abschiedslied an seinen 1997 verstorbenen Vater: "Ich hätt so gern noch tschüss gesagt". Die Bühne in schwaches Licht getaucht, einen Scheinwerfer auf sich gerichtet, setzte sich Cicero selbst an den Flügel. Bandleader Krajenski begleitete ihn auf der Hammond-Orgel.
Das Publikum hat den Abend genossen - letztlich auch Robert Birker. "Ich wäre nicht selbst auf die Idee gekommen, mir Karten zu kaufen. Aber ich höre gerne Jazz und finde es gut, hier gewesen zu sein."
Heute ist Roger Cicero in Berlin zur Echo-Verleihung. Morgen treten er und seine Band in der Kieler Ostseehalle auf.

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