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Der OTSV und die leidige Suche nach einem Torhüter für das Derby

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Fußball-Verbandsliga Nord-Ost: Hanno Brüchmann steht gegen den Büdelsdorfer TSV zwischen den Pfosten / Rendsburger TSV im Topspiel beim TSV Kronshagen gefordert

Am 8. Spieltag kommt es in der Fußball-Verbandsliga Nord-Ost zum ersten Derby. Um 14 Uhr stehen sich heute im Eiderstadion der gastgebende Büdelsdorfer TSV und der Osterrönfelder TSV gegenüber. Eine Stunde später ist Spitzenreiter Rendsburger TSV im Topspiel beim Tabellendritten TSV Kronshagen gefordert.

Büdelsdorfer TSV – Osterrönfelder TSV (Sbd., 14 Uhr)
Mit dem BTSV und dem OTSV treffen zwei Teams aufeinander, die in dieser Saison ihren eigenen Erwartungen etwas hinterher hinken. Während die Büdelsdorfer als Aufsteiger mit acht Punkten aus acht Spielen und Platz 12 laut Trainer Adrian Königsmann „noch im Soll“ sind, zeichnen sich auf der Stirn von Osterrönfelds Coach Olaf Lehmann schon ein paar mehr Sorgenfalten ab. Mit sechs Zählern bekleiden die Osterrönfelder derzeit den ersten Abstiegsplatz. Von Panikmache will Lehmann allerdings nichts wissen. Selbst eine erneute Niederlage und ein weiteres Abrutschen in der Tabelle könnten daran nichts ändern. „Man sollte nicht immer alles gleich in Frage stellen, wenn es einmal nicht wie gewünscht läuft. Ich glaube weiterhin an meine Mannschaft und bin mir sicher, dass wir uns aus dieser misslichen Situation noch befreien werden.“

Die personellen Voraussetzungen könnten im Lager des OTSV allerdings besser sein. Vor allem auf der Torwartposition plagen Lehmann große Probleme. Björn Schluncke verletzt, Marcel Eiper krank, Marius Jentzsch beruflich verhindert – von den drei nominellen Keepern für die Ligamannschaft steht keiner zur Verfügung. Aus der A-Jugend kann Lehmann keine Unterstützung erwarten, da der Nachwuchs zeitgleich im Einsatz ist. Auch die Idee, Torwart-Trainer Mathias Galow zwischen die Pfosten zu stellen, musste der OTSV-Coach verwerfen, da Galow operiert wird. Die letzte Patrone in Lehmanns Revolver war Feldspieler Sven Dollnick, der bereits schon mehrfach im Tor stand und dabei jeweils eine gute Figur machte. Doch Dollnick meldete sich zu einem Kurzurlaub ab. Florian Kuklinski wäre eine Alternative. Doch erstens laboriert der Stürmer noch an einer Leistenverletzung, zweitens benötigt Lehmann seinen besten Angreifer in vorderster Reihe – wenn Kuklinski denn rechtzeitig fit wird. Was also tun? Lehmann und Co-Trainer Tim Fuhrmann gingen eine Liste mit ehemaligen Torhütern durch, die man ansprechen könnte – und wurden schließlich auch fündig. Hanno Brüchmann heißt der Auserwählte. Der 31-Jährige spielte bereits bis 2009 für den OTSV, wechselte dann zum TuS Nortorf, wo er 2013 seine Karriere beendete. Fuhrmann überredete seinen ehemaligen Mitspieler für ein nochmaliges Engagement in Osterrönfeld. „Wir sind froh, dass Hanno sich bereit erklärt ist“, sagt Lehmann, der mit dem Fehlen von Sohn Max (beruflich verhindert) eine weitere Lücke in seinem Personalpuzzle schließen muss. Wer auf der wichtigen Sechser-Position die Räume zulaufen und sich um den Spielaufbau kümmern soll, ließ der Coach offen. „Wir haben genügend Spieler im Kader, die das können.“ Felix Mosebach und Nils Hüttmann (beide krank) zählen allerdings nicht dazu. Auch auf sie muss Lehmann verzichten. „Das macht die Sache nicht einfacher.“

Derlei Sorgen hat Königsmann nicht, wenngleich dem BTSV-Coach mit Johannes Kaak, Arthur Roller und Malte Elwardt (krank oder verletzt) ebenfalls drei wichtige Spieler fehlen. „Ansonsten können wir aber wohl in Bestbesetzung antreten.“ Also auch mit der gefährlichen Sturmreihe Marvin Jessen (6 Tore), Niklas Knutzen (4) und Mats Henke (2), die insgesamt 12 der 13 Tore erzielt hat und auf der die Hoffnungen von Königsmann ruhen. „Wenn du Jungs erst einmal ins Rollen kommen, sind sie schwer zu stoppen.“ Auch wenn der BTSV-Coach bei seinen Schützlingen noch die richtige Derby-Stimmung vermisst („Andere Themen wie die Bundesliga oder Fifa 16 sind wichtiger“), blickt er dem Duell mit dem Nachbarn zuversichtlich entgegen. „Der Druck liegt ganz klar beim OTSV, die müssen gewinnen. Wir können befreit aufspielen. Wenn wir unsere Qualität auf den Platz bringen, sollten wir uns durchsetzen.“

TSV Kronshagen – Rendsburger TSV (Sbd., 15 Uhr)
Dass sich die Rendsburger auch auswärts bei Spitzenteams behaupten können, haben sie vor zwei Wochen bewiesen, als sie mit einem 2:1-Sieg den damaligen Spitzenreiter Inter Türkspor Kiel stürzten und selbst den Thron erklommen. „Wir sind gut drauf und werden uns in Kronshagen nicht verstecken“, erklärt RTSV-Spielertrainer Dennis Usadel. Für ihn ist der Gegner überraschend oben dabei. Damit habe er nicht gerechnet. Basis ist nach Einschätzung von Usadel dafür die Offensive mit 21 Toren in acht Spielen. Mit den jungen Thorge Jess, Jonas Fieseler und Routinier Florian Gütschow verfügen die Gastgeber über schnelle und torgefährliche Angreifer. Doch der Rendsburger Spielertrainer traut seiner Abwehr, die die letzten drei Gegentore nur durch Strafstöße hinnehmen musste, zu, die gefährlichen Kronshagener Spitzen unter Kontrolle zu bekommen. Die RTSV-Abwehr hat in den vergangenen Spielen mehr und mehr an Stabilität gewonnen. Allerdings muss Usadel mit Yannik Herzig einen wichtigen Mann ersetzen. Herzig kann berufsbedingt erst in der zweiten Halbzeit eingesetzt werden. Mit Christopher Schöning, Hamza Aichaoui, Lennart Beckmann und Robin Buthmann gibt es reichlich Alternativen. Wer spielt, entscheidet Usadel nach den letzten Trainingseindrücken. Als Schwachpunkt hat der Coach beim Gegner die Abwehr ausgemacht. Gegen den Heikendorfer SV und den TSV Klausdorf gab es fünf beziehungsweise vier Gegentreffer. Gelingt es den Torjägern Dennis Schnepel (mit 9 Toren bester Schütze der Liga) und Daniel Witt (5) die zuletzt gezeigte Form zu bringen, sorgt sich Usadel nicht um den Gang nach Kronshagen.
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erstellt am 26.Sep.2015 | 06:00 Uhr

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