Schweinswal : "Den kleinen Tümmlern geht es schlecht"

Der Schweinswal ist scheu und selten. Im Fjord bei Kerteminde in Dänemark ist dieser hier zu Hause. Foto: dpa
Der Schweinswal ist scheu und selten. Im Fjord bei Kerteminde in Dänemark ist dieser hier zu Hause. Foto: dpa

Alarm in der Ostsee: Der Schweinswal ist stark gefährdet. Allein an der schleswig-holsteinischen Küste gab es 2007 mehr als doppelt so viele Kadaver wie im vergangenen Jahr.

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15. Mai 2008, 07:15 Uhr

Zum "Tag des Ostsee-Schweinswals" an diesem Sonntag schlägt die Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere (GSM) Alarm. "Den kleinen Tümmlern geht es schlecht", sagte GSM-Projektleiter Hans-Jürgen Schütte am Donnerstag in Hamburg. Immer mehr Tiere litten unter den schlechten Lebensbedingungen in der Ostsee. "Allein an der schleswig-holsteinischen Küste gab es 2007 mit über 109 Kadavern mehr als doppelt so viele wie 2006", betonte Schütte.
Gründe dafür seien vor allem schnell fahrende Schiffe, Überdüngung der Ostsee durch die Landwirtschaft, Munitionssprengungen und die Fischerei. Der sensible Lebensraum Ostsee ist nach den Worten des Experten "zu einer Wasserstraße mit starkem Schiffsverkehr verkommen". Das einzigartige Ökosystem sei in großer Gefahr, der Schweinswal sei vom Aussterben bedroht.
"In jedem Jahr sterben mehr Schweinswale als geboren werden"
Nach Berechnungen der GSM leben in der östlichen und zentralen Ostsee nur noch zwischen 100 und 460 Schweinswale, in der westlichen dürften es um 5000 sein. Der nur 1,60 Meter lange schwarz-weiße Tümmler mit der stumpfen Schnauze ist der einzige heimische Wal in der Ostsee. "In jedem Jahr sterben mehr Schweinswale als geboren werden. Wenn nicht schleunigst Schutzmaßnahmen greifen, wird der Meeressäuger in wenigen Jahren ausgerottet sein", warnte Schütte.

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