Porträt : De Jager: Verlässlich, solide, stressresistent

Jost de Jager auf dem Sonderparteitag der CDU in Kiel. Foto: dpa
Jost de Jager auf dem Sonderparteitag der CDU in Kiel. Foto: dpa

Grundsolide - so wirkt Jost de Jager schon auf den ersten Blick, und so ist der neue Hoffnungsträger der Nord-CDU auch.

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24. September 2011, 12:43 Uhr

Der 46-Jährige gilt als kompetent, verlässlich und fleißig. Für extreme Stressresistenz und blitzschnelle Auffassungsgabe bewundern Kollegen und Mitarbeiter den Wirtschafts- und Wissenschaftsminister, der für die CDU nach der Landtagswahl im nächsten Mai Peter Harry Carstensen als Ministerpräsidenten ablösen soll.
Als der von Carstensen als Nachfolger erkorene Christian von Boetticher Mitte August spektakulär über seine frühere Beziehung zu einer 16-Jährigen stürzte, liefen Spitzenkandidatur und CDU-Landesvorsitz von vornherein auf de Jager zu. Spürbaren Gegenwind hatte er nicht; viele hielten ihn von vornherein für chancenreicher als von Boetticher.
Als in Lübeck ein Proteststurm tobte, weil die CDU/FDP-Koalition die Medizinfakultät schließen wollte, verteidigte de Jager offensiv den harten Sparkurs. Als Minister kann er nicht nur Förderschecks verteilen, vielmehr ist er auch für "Sorgenkinder" wie die HSH Nordbank und das Universitätsklinikum zuständig.
De Jager war noch Volontär des Evangelischen Pressedienstes, als er 1996 in den Kieler Landtag gewählt wurde. Dort kümmerte er sich um Europa-, Bildungs- und Hochschulpolitik. 2005 wechselte er in die Landesregierung als Staatssekretär im Wirtschafts- und Wissenschaftsministerium; 2009 folgte die Berufung zum Ressortchef. Abgesehen von einem Studienaufenthalt 1990/1991 in Belfast hat der gebürtige Rendsburger sein ganzes Leben im Norden verbracht: Abitur in Kronshagen bei Kiel, Wehrdienst bei der Marine, Studium (Geschichte, Englisch, Politik) und Volontariat in Kiel, dann der Einzug in den Landtag.
Obwohl de Jager als Minister ständig viel zu lesen hat, ist der verheiratete Vater einer Tochter privat ein Bücherwurm: Politische Literatur und Romane verschlingt er geradezu, vor allem im Urlaub.

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