„Das Ziel ist Platz acht bis zehn“

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Am Sonntag erhält der Büdelsdorfer TSV die Meistertafel der Kreisliga RD-ECK / Trainer Adrian Königsmann blickt bereits in die Zukunft

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28. Mai 2015, 19:32 Uhr

Ein „Finale furioso“ bleibt den Fans der Fußball-Kreisliga Rendsburg-Eckernförde in diesem Jahr verwehrt. Bereits vor dem letzten Spieltag am Sonntag sind alle Entscheidungen gefallen. Der SV Fleckeby, die SG BSV/EMTV und Borussia 93 Rendsburg müssen einen Neuanfang in der A-Klasse beginnen. Dem Büdelsdorfer TSV gelang die unmittelbare Rückkehr in die Verbandsliga. Trotz der starken Konkurrenz, insbesondere durch den 1. FC Schinkel, fuhren die Büdelsdorfer souverän den Meistertitel ein. LZ-Sportredakteur Tobias Stegemann bat den Meistertrainer Adrian Königsmann zum Gespräch. Dabei lässt der Coach die abgelaufene Spielzeit Revue passieren und formuliert mit Blick auf die neue Saison ein ambitioniertes Ziel.

Herr Königsmann, seit der feststehenden Meisterschaft hat Ihre Mannschaft aus zwei Partien nur einen Punkt geholt. Haben Sie schon über Ihren Rücktritt nachgedacht?

Königsmann (lacht): Ich habe kurz überlegt, aber ich werde weitermachen.

Aber im Ernst, sind diese Ergebnisse nach einer so herausragenden Saison normal, weil der Druck abgefallen ist?

Das ist sicherlich auch ein Grund, aber es liegt in erster Linie daran, dass wir personell ein paar Probleme haben. Wir haben zuletzt beispielsweise alle A-Junioren rausgenommen, weil sie in der SH-Liga noch um den Aufstieg spielen. Johannes Kaack war nicht mehr dabei, weil er sein Sportabitur absolviert hat und dann kommen Verletzungen und Sperren dazu.

Ihre Mannschaft hat eine außerordentlich gute Saison gespielt und weist eine bemerkenswerte Bilanz auf. Sie hatten zuvor erklärt, dass Sie den Aufstieg in diesem Jahr noch nicht planen. Haben Sie das damals wirklich so gemeint oder war das ein Griff in die Motivationskiste?

Das habe ich genau so gemeint, und dazu stehe ich auch nach wie vor. Es ist eine sehr, sehr junge Mannschaft, die ein weiteres Jahr in der Kreisliga wachsen sollte. Für die Verbandsliga muss man bereit sein, sonst läuft man Gefahr zu einer Fahrstuhlmannschaft zu werden. Dass wir die Kreisliga nun so dominieren, war nicht abzusehen.

Und, ist Ihre Mannschaft bereit?

Das ist ganz schwer zu beantworten. Ich glaube, dass die Verbandsliga in der neuen Saison wesentlich stärker sein wird, als sie es in diesem Jahr war. Die Aufsteiger aus den Parallel-Staffeln sind ein anderes Kaliber und Mannschaften wie Osterrönfeld oder auch Gettorf haben einen Riesensprung gemacht.

Was zeichnet Ihr Team aus?

Es ist viel gefestigter als vor einem Jahr. Der Zusammenhalt ist deutlich größer geworden. Darauf haben wir in den vergangenen Monaten viel wert gelegt, nicht zuletzt durch Teambuilding-Maßnahmen. Sportlich hat die Mannschaft großes Potenzial. Besonders unsere starke Offensive war vielen Gegnern einfach überlegen.

Im Abstiegsjahr gab es durch die vielen Trainerwechsel enorme Unruhe. Welchen Anteil am Erfolg hat die Unaufgeregtheit in dieser Saison?

Das war ohne Frage wichtig. Hierbei muss man Michael Ebsen nennen, der nicht nur mein Co-Trainer ist, sondern auch als Team-Manager fungiert. Er kümmert sich um ganz viele Dinge im Umfeld des Teams. Als ehemaliger Kapitän der Liga-Mannschaft und echter Büdelsdorfer hat er für unheimlich viel Ruhe und Beständigkeit gesorgt. Und er hat eine Identifikation mit dem Verein in diese Mannschaft gebracht. Dadurch war er ein ganz wichtiger Faktor.

Was erwarten Sie von Ihrer Mannschaft in der neuen Spielklasse?

Der Kader steht, bis auf eine Position fest. Das wird aller Voraussicht nach noch ein interessanter Neuzugang werden. Mein Ziel, und das habe ich den Jungs schon gesagt, ist ein Platz zwischen acht und zehn. Ein schlechteres Abschneiden wäre für mich eine Enttäuschung.

Das ist eine ambitionierte Ansage für einen Aufsteiger.

Wir wollen eine gute Rolle spielen. Ob uns das gelingt und ob mich diese Aussage noch einmal einholt, kann ich nicht sagen. Aber man muss schon ein vernünftiges Ziel ausgeben.Wenn ich jetzt anfange, vom Klassenerhalt zu sprechen, wäre das zu wenig. Diese Mannschaft, die wir haben, muss man entwickeln. Und das geht nur, wenn man auch ein vernünftiges Ziel ausgibt.

Auf was wird es ankommen, um dieses Ziel auch zu erreichen?

Wir haben viel Hurra-Fußball gespielt und unsere individuelle Klasse hat oft gereicht, um Spiele zu gewinnen. Das reicht in der Verbandsliga sicherlich nicht mehr. Wir müssen im Abwehrverbund wesentlich kompakter werden. Da werden einige Spieler den Rückwärtsgang kennenlernen müssen.

Das heißt, es wird zukünftig weniger spektakulär im Eiderstadion?

Wir werden keinen Catenaccio anfangen, sondern wollen natürlich weiter nach vorne spielen. Der Plan ist schon, durch Offensivfußball zu begeistern. Aber die Kreisliga verzeiht den einen oder anderen Fehler – die Verbandsliga nicht.

Wie sieht es mit der Erfahrung aus? Vor einem Jahr haben Sie gesagt, dass man nicht nur auf die Jugend und den Nachwuchs setzen könne. Mit Dennis Weber verlässt einer dieser Routiniers den Verein. Wie wollen Sie das auffangen?

Dennis Weber hat uns richtig gut getan. Er hat uns die entscheidenden Prozentpunkte gebracht, um Meister zu werden. Rene Stanojevic ist nach seinem Kreuzbandriss wieder fit, und Spieler wie Thorge Drews und Niklas Knutzen müssen in diese Rolle nun reinschlüpfen. Und der angesprochene Zugang verfügt auch über einige Erfahrung.

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