"Das ist das Ei des Kolumbus"

Halten ein neues Abwasserrohr und eine Fischtreppe für sinnvoller: Henning Mohr (l.) und Stadtvertreter Freddy Rode (parteilos). Foto: Meyer
Halten ein neues Abwasserrohr und eine Fischtreppe für sinnvoller: Henning Mohr (l.) und Stadtvertreter Freddy Rode (parteilos). Foto: Meyer

Henning Mohr schlägt Alternative zum Bau einer Sohlgleite an der Krückau vor / Stadt könnte so rund eine Million Euro sparen

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17. Dezember 2011, 03:59 Uhr

Barmstedt | Warum viel Geld ausgeben, wenns für weniger genauso gut geht? Das hat sich Henning Mohr gefragt, als er von der Idee hörte, auf der Wiese zwischen Krück au und Amalie-Schopp-Weg eine Sohlgleite zu bauen: Diese Sohlgleite in Form eines mäandrierenden Bachs soll Fischen und Kleinstlebewesen helfen, den Höhenunterschied in der Krückau zu überwinden. Sie wird rund zwei Millionen Euro kosten. "Mindestens", sagt Mohr und ergänzt: "Und die Unterquerung des Spit zerfurth ist in den Kosten noch nicht eingerechnet".

Um das Projekt finanzieren zu können, würde die Politik einen Teil der bisher unbebauten Wiese in Bauland umwidmen. Das könne man ja machen, sagt Mohr - aber ohne teure Sohlgleite. Stattdessen sollte, wie ursprünglich geplant, eine neue Fischtreppe an der Schleuse gebaut werden. Und das weitere Problem - die Sanierung des total maroden Abwasserrohrs neben dem Krückauwanderweg, ohne dass die dort stehenden, alten Bäume beschädigt werden - ließe sich ebenfalls lösen, so Mohr: Indem man einfach ein neues Rohr unter der Wiese verlegt, etwa zehn Meter neben dem alten. Das würde 400 000 Euro kosten, schätzt Mohr. Plus 560 000 Euro für die Fischtreppe macht summa summarum knapp eine Million - weniger als die Hälfte des Sohlgleite-Projekts. "Das ist das Ei des Kolumbus", jubelt Mohr, der sich als Mitglied des Landesfischereiverbands mit der Materie befasst.

Die Sohlgleite hätte zudem den Nachteil, sagt Mohr, dass das Brüdenwasser der Meierei und Oberflächenwasser aus der Innenstadt in den neuen Bach fließen würden. "Dann wäre der eine Eiweiß-Lache." Sofern das Wasser denn überhaupt dortin gelänge: Da der Meiereigraben und die Überschwemmungsgebiete hinter der Marktstraße tiefer liegen als die Krückau, "müsste wohl noch ein Schöpfwerk gebaut werden", meint Mohr. Bei seiner Idee wäre das überflüssig, es sollten allerdings die Wasserbecken oberhalb des Düker-Einflusses und die Krück au ausgebaggert werden, rät er.

Von seiner Idee habe die Stadt nur Vorteile, ist Mohr überzeugt: Die Krückau wäre durchgängig, das Hochwasserproblem gelöst, und die Erträge aus dem Baulandverkauf könnten "für wichtigere Projekte als die Sohlgleite" verwendet werden. Bleibt abzuwarten, was die Politik dazu sagt. Zuletzt hat sie eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben - für die Sohl gleite.

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