Noka Serdarusic : "Dafür brauchen andere Vereine 70, 80 Jahre"

Nach dem vorzeitigen Gewinn der 14. Deutschen Handball-Meisterschaft sprach Frank Mebik mit THW-Trainer Noka Serdarusic.

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15. Mai 2008, 11:10 Uhr

Hätten Sie nur drei Tage nach dem verpassten Champions-League-Titel mit solch einer souveränen Leistung Ihrer Mannschaft gerechnet?
Serdarusic: Das war nicht selbstverständlich, aber wir haben uns zusammengerauft. Wir wollten unbedingt vorzeitig Meister werden, ohne fremde Hilfe.
Wie haben Sie Ihr Team nach dem Frust über die Niederlage gegen Ciudad Real aufgerichtet und motiviert?
Serdarusic: Das weiß ich selber nicht. Noch vor dem Spiel gegen Göppingen hatte ich Zweifel, ob wir das schaffen. In der Kabine sah ich keine fröhlichen Gesichter. Umso mehr bin ich froh, dass wir es geschafft haben.
Hat der Gewinn des Meistertitels die Trauer über den verpassten Champions-League-Sieg verdrängt?
Serdarusic: Unser Verein ist 104 Jahre alt, und wir haben zum zweiten Mal hintereinander Meisterschaft und Pokal gewonnen und zudem im Champions-League-Finale gestanden. Dafür brauchen andere Vereine 70, 80 Jahre. Ich bin absolut stolz auf meine Jungs.
Nach der Niederlage gegen Ciudad Real haben Sie gesagt, dass Sie nach 15 Jahren in Ihre letzte Saison beim THW gehen. Ist diese Entscheidung definitiv?
Serdarusic: Das hat mich meine Frau auch gefragt, aber sie hat keine Antwort bekommen. Ich bin ein alter grauer Mann, daher sind solche Gedanken doch selbstverständlich. Aber mehr sage ich zu diesem Thema nicht.
Am Samstag steigt die großer Meisterparty in Kiel. Werden Sie dieser wie immer fernbleiben und sich zurückgezogen bei einem Glas Bier und einer Zigarette freuen?
Serdarusic: Da werde ich mich in meinem Alter zurückhalten. Ich werde mein Abendbrot essen, zwei Bier trinken und dann gehe ich ins Bett.

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