Da haben wir wieder den Salat

 Wiedenroth
Wiedenroth

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10. Dezember 2011, 09:26 Uhr

Starbonus Was so ein richtiger Staranwalt ist, der muss natürlich auch was auffahren. Beim Prozess gegen zwei Ärzte am Ahrensburger Amtsgericht platzierte Promi-Jurist Johann Schwenn (paukte Jörg Kachelmann frei) ein Edel-Laptop auf seinem Tisch. Daneben tippelte er auf seinem iPad herum. Aber als dann auch noch sein Handy mitten in der Verhandlung klingelte, wurde es Richter Ulf Thiele doch zu bunt. Er ermahnte alle, ihre Handys auszuschalten, ansonsten sehe er sich gezwungen, Ordnungsgelder zu verhängen. Lediglich als Anästhesist Thomas R. vernommen wurde, machte er eine Ausnahme. Thiele erkundigte sich vor der Befragung nach "der Situation". Alles im grünen Bereich, "die Situation" sei noch in der Gebärmutter, erklärte der werdende Vater fröhlich. "In dem Fall würde ich ein Klingeln akzeptieren", setzte Richter Thiele seine Prioritäten eindeutig.

Salatbad Eine Schwalbe, nein, eine Alge macht noch keinen Sommer. Aber mehrere Algen machen einen leckeren Salat. "Algen-Salat habe ich schon gegessen. Der schmeckt gut", sagte Hauptamtsleiterin Christiane Clobes, als es im Pressegespräch mit Bürgermeister Dr. Henning Görtz um das sanierungsbedürftige Freizeitbad ging. Denn nicht nur Schwallwasser, Filter- und Bassin bereich gehen immer mehr baden. Am Beckenrand wuchern jetzt sogar die Algen. Was auf den ersten Blick nicht unbedingt zum "Schöner baden in Bargteheide" einlädt, könnte sich auf den zweiten Blick auszahlen. Vielleicht lässt sich mit dem "Kraut" Geld machen. Wie das gehen könnte, zeigt auf simple Art unser Karikaturist Götz Wiedenroth und serviert der einzigen noch schuldenfreien Stadt im Ländle eine echte Marktlücke. Angesichts eines (noch) klaffenden Millionenlochs und eines jährlichen Zuschuss geschäftes von 150 000 bis 300 000 Euro für das Bad müssten bei dieser sich auftuenden Gaumen-Offerte doch eigentlich alle auf den Geschmack kommen, an der Görtz’schen Salatbar Schlange stehen und "kräftig reinhauen". Damit die Kasse klingelt und es bald wieder heißt: In Bargteheides Bad und WC ist alles okay ...!

Versuch mach klug "Spiel nicht mit den Schmuddelkindern" könnte zurzeit Lieblingslied der Oldesloer Politiker sein. In der Kreisstadt scheint nicht möglich zu sein, was in den anderen Kommunen mit hauptamtlichem Bürgermeister die Regel ist: Ein Neujahrsempfang der Stadt oder der Gemeinde. In Bad Oldesloe macht lieber jeder sein Ding. Zugegeben, das hat seine Tradition: Jede Partei hat ihre Eigenarten entwickelt, und ein Wettbewerb um den interessantesten Empfang (oder den mit den besten Häppchen) kann durchaus fantasiefördernd sein. Trotzdem bleibt nach außen der Eindruck, dass "die da in Bad Oldesloe" es einfach nicht auf die Reihe bekommen. Vielleicht sollte der Bürgermeister mal über seinen Schatten springen und auf eigene Faust einladen - ohne dass es vorher diverse Gesprächsrunden gab, in denen die Parteien ihre "Bedingungen" für einen gemeinsamen Empfang durchsetzen. Muss ja gar nicht gemeinsam sein. Der Bürgermeister muss sich nur etwas einfallen lassen, was den Empfang interessant macht. Wenn’s gut geht, werden sich die Parteiempfänge auf Dauer selbst erledigen. Und wenn’s nicht so gut wird, bleiben der Stadt immer noch genug Empfänge.

DaS KAPITAL Gute und schlechte Nachrichten zum Schloss Ahrensburg lagen diese Woche dicht beieinnander. Die Stiftung braucht wieder mehr Geld, um die laufenden Kosten zu zahlen. Und die Stadt nimmt es wieder von den 100 000 Euro, um die man jedes Jahr das Stiftungskapital aufstocken will. Was das Problem verschärft: Weil das Kapital zu gering ist, fließen zu wenig Zinsen. Die gute Nachricht: Die Aktiv-Region Alsterland fördert die Neugestaltung des Schloss-Parks. Bleibt nur zu hoffen, dass die Stadt ihren Anteil nicht auch noch vom Kapital nimmt.

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