Plattdeutsch als Pflichtfach : CONTRA: Sollen die Schüler Plattdeutsch lernen?

Grundschüler sollen zwei Stunden Niederdeutsch pro Woche lernen - so will es der Heimatbund. Ist das sinnvoll? Nein, sagt unser Redaktionsmitglied Alf Clasen.

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18. Januar 2013, 07:06 Uhr

Ja, es ist schade, dass immer weniger Schleswig-Holsteiner Plattdeutsch sprechen. Aber glaubt der Heimatbund ernsthaft, zwei Stunden Schulunterricht pro Woche könnten den Trend stoppen? Kein Kind wird auf dem Pausenhof mit den Klassenkameraden Platt snacken, wenn es das nicht von Hause aus gewohnt ist. Doch immer weniger Familien legen Wert auf die sprachliche Traditionspflege. Die Menschen wissen, dass ihre Kinder in Zeiten der Globalisierung mit Englisch weiter kommen als mit Niederdeutsch.
In den Grundschulen fallen schon genug Stunden aus. Da ist es wenig hilfreich, die Lehrpläne auch noch mit plattdeutschem Stoff zu belasten. Ganz zu schweigen davon, dass sich für einen flächendeckenden Platt-Unterricht kaum genügend Lehrer finden dürften. Sollen die Schulen für sprachinteressierte Jungen und Mädchen ruhig Kurse auf freiwilliger Basis anbieten. Aber der Vorstoß für ein verbindliches Fach Plattdeutsch ist Tünkram.

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