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Brauchtum und Aberglaube zu Weihnachten : Coca-Cola und der Mythos um den Weihnachtsmann

vom
Aus der Onlineredaktion

Keine Wäsche zwischen den Feiertagen aufhängen: Dieser Brauch ist in SH verbreitet. Aber welche Brauchtümer gibt es noch? shz.de stellt in einer Serie eine Bräuche rund um die Feiertage vor. Heute: der Weihnachtsmann.

shz.de von
erstellt am 22.Dez.2015 | 15:40 Uhr

Kiel | Der Weihnachtsmann hat eine steile Karriere hinter sich. Denn den Mann mit Rauschebart, Geschenken und rotem Mantel gibt es in seiner heutigen Erscheinung erst seit dem 19. Jahrhundert. Er ist eine Mischung aus dem Nikolaus, dem Bischof von Myra, und dem „Herrn Winter“, die Verkörperung des Winters als alter Mann. Vom Nikolaus bekam der Weihnachtsmann die Aufgabe, gute Kinder zu belohnen und böse zu bestrafen.

Der deutsche Auswanderer Thomas Nast zeichnete seinen Weihnachtsmann aus einer Mischung der deutschen Figur und dem niederländischen Sinter Klaas mit einem dicken Bauch und Tonpfeife.  Dieser Twitter-User räumt mit einer anscheinend weit verbreiteten Meinung auf.

Allerdings besteht schon ein Zusammenhang zwischen dem Weihnachtsmann und dem Getränkekonzern. Das heutige Bild des Weihnachtsmanns hängt eng mit dem Getränkehersteller Coca-Cola zusammen. 1930 erschien in einem Journal eine Anzeige, die der Künstler Haddon Sunblom gezeichnet hatte. Sunbloms Weihnachtsmann ähnelte dem von Nast. Allerdings ersetzte Sunblom die Pfeife durch die Cola-Flasche. Für das Gesicht des Weihnachtsmannes nutze Sunblom Portrait-Zeichnungen des Coca-Cola-Verkäufers Lou Prentice.

Weltweit bekannt: Nicht nur in Schleswig-Holstein, sondern auch in China prägt die Coca Cola-Werbung das Bild des Weihnachtsmannes.
Weltweit bekannt: Nicht nur in Schleswig-Holstein, sondern auch in China prägt die Coca Cola-Werbung das Bild des Weihnachtsmannes. Foto: imago/UPI Photo
 

In Deutschland ist der Mann im roten Mantel übrigens eher im Norden als Geschenkebringer im Einsatz. Im katholischen Süden übernimmt seinen Job das Christkind.

Allerdings brachte der Weihnachtsmann nicht in ganz Schleswig-Holstein die Geschenke. Auf Amrum brachten „die Hulken“ die Geschenke. Sie sahen dem Weihnachtsmann gar nicht ähnlich, waren sie doch mit Stroh vermummt. Der Name „Hulk“ soll von „Hulda“ kommen, was soviel wie „Frau Holle“ bedeutet. Allerdings hat diese Frau Holle mit der aus dem Märchen der Gebrüder Grimm nichts gemein. Im germanischen Brauchtum hat sie dämonische Züge.

 

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