Kommunlawahl in Flensburg : CDU startet zur Mission Titelverteidigung

Mit dem E-Bike bis zur Fußgängerzone: Partei- und Fraktionschef Arne Rüstemeier.
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Mit dem E-Bike bis zur Fußgängerzone: Partei- und Fraktionschef Arne Rüstemeier.

Vor fünf Jahren lagen die Christdemokraten in Flensburg denkbar knapp vor der SPD

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04. April 2018, 06:37 Uhr

Sechs Parteien und zwei Wählergruppen treten an, wenn am 6. Mai der Flensburger Rat neu gewählt wird. In einer Serie stellt das Tageblatt alle achtvor. Zum Start: die Flensburger CDU.

Arne Rüstemeier hat die Fußgängerzone gewählt. Mit dem E-Bike ist er gekommen. Und in der Nähe des Südermarkts möchte er fotografiert werden. Dort laufen für ihn viele Fäden zusammen – Themen, die der CDU im Vorfeld der Kommunalwahl besonders am Herzen liegen: Sicherheit, Mobilität, Innenstadthandel, die Umgestaltung des unwirtlichen Platzes.

Am liebsten allerdings hätte der 42-Jährige vor dem neuen Klinikum am Peelwatt posiert – dem Vorhaben, das in seiner zukunftsweisenden Bedeutung in der Fraktion absolute Priorität genießt. „Aber das“, sagt er augenzwinkernd, „lässt sich ja noch nicht ablichten.“ Dieser für Flensburg so wichtige, „von uns angeschobene“ Komplex, hofft er, werde in fünfjähriger Bauzeit mit einem Abzweiger vor der Osttangente und unter Vermeidung von Doppelstrukturen zu bewältigen sein. Unabdingbar ist für Rüstemeier auch der zügige Neubau einer Feuerwache.

Der Fotograf bittet den Kandidaten, der bei den Flensburger Christdemokraten die Pole-Position der Listenplätze besetzt, eine Hand lässig in die Hosentasche zu stecken und zu lächeln. Kein Problem für Rüstemeier. Doch als leidenschaftlicher Hobbyfotograf nimmt er die Aufnahme doch lieber nochmal in Augenschein – und nickt beifällig.

Dann ein skeptischer Blick auf den Südermarkt. Der Platz müsse dringend umgestaltet werden, findet der Wirtschaftsinformatiker. Keine Schmuddelecken mehr, dafür Transparenz, viel Grün. Sicherheit und Ordnung sind auch für ihn aktuelle Herausforderungen, gleichwohl strikt zu trennen. „Sicherheit“, sagt er, „ist Aufgabe der Polizei, ein Landesthema.“ Komplementär befürworte er einen kommunalen Ordnungsdienst, der dafür sorgen müsse, dass sich für den Bürger gefährliche Strukturen nicht verfestigten – als Dienstleister für die Stadt mit einem schnellen Draht zur Polizei.

Die City müsse sich als Kontrapunkt zum Online-Handel zu einer Service-orientierten „Einkaufserlebnisstadt“ entwickeln. Parkraum für Kunden dürften nicht weggenommen werden, ohne neuen zu schaffen. Rüstemeier schwebt ein städtisch betriebenes Parkhaus nahe dem Nordertor und ein effektives Parkleitsystem vor. So könnten die Parkplätze an der Schiffbrücke anders genutzt werden.

„Anpacken für Flensburg“. Das ist der griffige Slogan des Wahlprogramms. Darin finden sich zahlreiche Aufgaben, deren Bewältigung zu mehr Lebensqualität verhelfen soll. Von der bedarfsgerechten Kleinstkinderbetreuung, Konzepten zur Inklusion und Integration, von der Stärkung ehrenamtlicher Strukturen bis hin zu mehr Wohnraum. Auf der Agenda stehen zudem das Entwicklungsprojekt Hafen-Ost und eine gezielte Vermarktungsstrategie des Bildungsstandorts.

Der CDU-Chef will den vor fünf Jahren erzielten Vorsprung nicht nur verteidigen. „Wir wollen ihn ausbauen.“ Die Wahl war damals mit 22 Prozent der Stimmen nur knapp vor der SPD gewonnen worden. Die Wahlbeteiligung lag bei nicht einmal 36 Prozent. Sollte die CDU wieder stärkste Kraft werden, hieße der neue Stadtpräsident Hannes Fuhrig.

>Wahlkreiskandidaten der CDU: 1. Martin Lotze, 2. Ralf Loell, 3. Sarah August, 4. Niklas Bernhard, 5. Karsten Sörensen, 6. Jan to Baben, 7. Ron Jeromin, 8. Hannes Fuhrig, 9. Azdriana Mehmeti, 10. Christian Plonski, 11. Martin Keil, 12. Bernd Strümpel, 13. Arnold Söther, 14. Martje Rabeler, 15. Timo Schwendke, 16. Levin Gogalla, 17. Angela Großfeld, 18. Roland Hartmann, 19. Gabriele Stappert, 20. Carina Balow, 21. Arne Rüstemeier, 22. Joachim Schmidt-Skipiol.

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