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IS-Terror in Brüssel : Brutaler Angriff auf das Machtzentrum Europas

vom
Aus der Onlineredaktion

Eine Millionenstadt gerät eine Stunde in die Hand des Terrors – drei Explosionen treffen die EU-Metropole mitten im Osterreise-Verkehr

shz.de von
erstellt am 22.Mär.2016 | 09:29 Uhr

Brüssel |  Das Bild ist so grausam, dass es nur schwer auszuhalten ist: Mitten in der gesprengten Abflughalle des Brüsseler Flughafens liegt ein Mann, die Bombe des Attentäters hat ihm beide Beine abgerissen. Er schreit, während Ersthelfer ihn zu versorgen versuchen. „Irgendwann wurde das Schreien leiser und verstummte schließlich“, erzählt einer der hilflosen Retter später. Ist es das, was die Terroristen erreichen wollten? Mitten in den Straßen einer europäischen Millionenstadt kriechen verängstigte Menschen über den Gehweg, drücken sich an Hauswände, laufen um ihr Leben.

Eine Stunde. Es ist diese eine Stunde, die die moderne Großstadt Brüssel zu einem Kriegsschauplatz macht. Blutende Menschen, die vor Schock starr aus dem Flughafen-Gebäude fliehen, ihre Koffer teilnahmslos hinter sich herziehen, einfach auf die Autobahn Richtung Brüssel laufen – nur weg hier. „Ich stand am Check-in-Schalter“, erzählt der 52-jährige Steve Colmans. „Es gab einen ungeheuren Knall, dann ein Schlag, der mich zu Boden warf.“ Es ist kurz nach acht an diesem Dienstagmorgen in der Abflughalle des Brüsseler Flughafens Zaventem. Über 150 Flüge sollen in den kommenden zwei Stunden abgefertigt werden, dementsprechend groß der Andrang. Zuerst fallen Schüsse, dann zerreißt eine gewaltige Explosion die Luft. Fensterscheiben zersplittern, fallen auf wartende Passagiere, kurz danach stürzt die Deckenkonstruktion herunter. „Ich sah wie eine Frau von einer solchen Platte am Kopf getroffen wurde und blutüberströmt zusammensank“, erzählt Andrew Brandt, der eigentlich nach Berlin fliegen wollte. Rauch dringt aus dem Gebäude, Flughafenmitarbeiter versuchen, die Menschen Richtung Notausgänge zu lenken. Dann eine zweite Explosion, genau dort, wo die Wartenden hingelaufen waren. „Das war ein brutales, auf viele Opfer ausgerichtetes Vorgehen“, sagt ein Flughafen-Betreuer später. Er ist über und über mit Blut bespritzt.

Doch der Schrecken hat gerade erst begonnen. Während die Sicherheitskräfte und Rettungskräfte hinaus zum Flughafen eilen, der Airport den gesamten Luftraum sperrt, den Pendelzug in die Innenstadt stoppt und Brüssels wichtigsten Autobahnring weiträumig schließt, zündet ein weiterer Täter seine Bombe in einem Metro-Zug. Bei der Einfahrt in die Station Maelbeek, nur wenige hundert Meter von den großen europäischen Institutionen entfernt, passte der Terrorist offenbar genau den Moment ab, als sich alle an den Ausgang drängten, die Türen aber noch geschlossen waren. Die Explosion tötet 15 Menschen sofort, zig Verletzte stolpern aus den rauchigen Ausgängen auf die benachbarte Rue de la Loi, Schnell werden die Untergrundbahnen in der ganzen Stadt gestoppt, Busse und Bahnen dürfen noch die nächsten Haltestellen anfahren und bleiben stehen. Die Regierung ruft den Katastrophenfall aus und beordert zusätzliche Sicherheitskräfte an die beiden Atomkraftwerke des Landes. Am Nachmittag lässt man den Meiler Tihange bei Lüttich (70 Kilometer von Aachen) räumen. Im Europäischen Parlament, das gerade mal 500 Meter Luftlinie vom Explosionsort der Metro entfernt ist, schließen Sicherheitskräfte die Türen. „Wir kommen nicht mehr raus“, berichtet der CDU-Europa-Abgeordnete Elmar Brok, der gerade eine Sitzung Brüssel Das Bild ist so grausam, dass es nur schwer auszuhalten ist: Mitten in der gesprengten Abflughalle des Brüsseler Flughafens liegt ein Mann, die Bombe des Attentäters hat ihm beide Beine abgerissen. Er schreit, während Ersthelfer ihn zu versorgen versuchen. „Irgendwann wurde das Schreien leiser und verstummte schließlich“, erzählt einer der hilflosen Retter später. Ist es das, was die Terroristen erreichen wollten? Mitten in den Straßen einer europäischen Millionenstadt kriechen verängstigte Menschen über den Gehweg, drücken sich an Hauswände, laufen um ihr Leben.

Eine Stunde. Es ist diese eine Stunde, die die moderne Großstadt Brüssel zu einem Kriegsschauplatz macht. Blutende Menschen, die vor Schock starr aus dem Flughafen-Gebäude fliehen, ihre Koffer teilnahmslos hinter sich herziehen, einfach auf die Autobahn Richtung Brüssel laufen – nur weg hier. „Ich stand am Check-in-Schalter“, erzählt der 52-jährige Steve Colmans. „Es gab einen ungeheuren Knall, dann ein Schlag, der mich zu Boden warf.“ Es ist kurz nach acht an diesem Dienstagmorgen in der Abflughalle des Brüsseler Flughafens Zaventem. Über 150 Flüge sollen in den kommenden zwei Stunden abgefertigt werden, dementsprechend groß der Andrang. Zuerst fallen Schüsse, dann zerreißt eine gewaltige Explosion die Luft. Fensterscheiben zersplittern, fallen auf wartende Passagiere, kurz danach stürzt die Deckenkonstruktion herunter. „Ich sah wie eine Frau von einer solchen Platte am Kopf getroffen wurde und blutüberströmt zusammensank“, erzählt Andrew Brandt, der eigentlich nach Berlin fliegen wollte. Rauch dringt aus dem Gebäude, Flughafenmitarbeiter versuchen, die Menschen Richtung Notausgänge zu lenken. Dann eine zweite Explosion, genau dort, wo die Wartenden hingelaufen waren. „Das war ein brutales, auf viele Opfer ausgerichtetes Vorgehen“, sagt ein Flughafen-Betreuer später. Er ist über und über mit Blut bespritzt.

Doch der Schrecken hat gerade erst begonnen. Während die Sicherheitskräfte und Rettungskräfte hinaus zum Flughafen eilen, der Airport den gesamten Luftraum sperrt, den Pendelzug in die Innenstadt stoppt und Brüssels wichtigsten Autobahnring weiträumig schließt, zündet ein weiterer Täter seine Bombe in einem Metro-Zug. Bei der Einfahrt in die Station Maelbeek, nur wenige hundert Meter von den großen europäischen Institutionen entfernt, passte der Terrorist offenbar genau den Moment ab, als sich alle an den Ausgang drängten, die Türen aber noch geschlossen waren. Die Explosion tötet 15 Menschen sofort, zig Verletzte stolpern aus den rauchigen Ausgängen auf die benachbarte Rue de la Loi, Schnell werden die Untergrundbahnen in der ganzen Stadt gestoppt, Busse und Bahnen dürfen noch die nächsten Haltestellen anfahren und bleiben stehen. Die Regierung ruft den Katastrophenfall aus und beordert zusätzliche Sicherheitskräfte an die beiden Atomkraftwerke des Landes. Am Nachmittag lässt man den Meiler Tihange bei Lüttich (70 Kilometer von Aachen) räumen. Im Europäischen Parlament, das gerade mal 500 Meter Luftlinie vom Explosionsort der Metro entfernt ist, schließen Sicherheitskräfte die Türen. „Wir kommen nicht mehr raus“, berichtet der CDU-Europa-Abgeordnete Elmar Brok, der gerade eine Sitzung des Auswärtigen Ausschusses leitet.

Zu diesem Zeitpunkt ist Brüssel bereits eine sterbende Stadt. Nun werden Schulen und öffentliche Gebäude geräumt. Firmen und Behörden bitten ihre Mitarbeiter, zu Hause zu bleiben. Die großen Bahnhöfe der Stadt sind stillgelegt, die Bahnen Belgiens, Frankreichs, der Niederlande und Deutschlands haben ihre Züge auf offener Strecke gestoppt. Am späten Nachmittag sprechen die Behörden von 34 Toten und 230 Verletzten. Premier Charles Michel hat zur Ruhe aufgerufen, doch noch ist unklar, ob und wenn ja wie die Regierung die Lage im Griff hat. „Wir befürchten, dass weitere Terroristen in der Stadt unterwegs sind“, heißt es plötzlich am Mittag aus dem Kabinett. Als das Mobilfunknetz zusammenbricht, bitten die Behörden die Menschen, auf die sozialen Netzwerke auszuweichen. Facebook richtet prompt eine neue Rubrik ein: „Bin in Sicherheit“ kann man per Knopfdruck den Freunden und Verwandten signalisieren. „Ich habe Angst“, schreibt mir eine Bekannte, die in einer nahegelegenen Bank arbeitet und deren Kinder aus der Schule kommen. „Kannst du mich holen?“ Der Premier spricht vom „Krieg“. „Brüssel wurde angegriffen“, schreiben die belgischen Medien.

„Bist du okay?“, schreibt ein Freund aus dem Argentinien-Urlaub.  „Ich kann meinen Mann seit Stunden nicht erreichen“, twittert eine verzweifelte Frau über den Kurznachrichtendienst. „Ist jemand aus seiner Bank da, der mir sagen kann, ob es ihm gut geht?“ Nur eine Minute später kann sie aufatmen. Doch nicht alle haben so viel Glück. Die Nachfrage nach einem nahen Freund bleibt dagegen ohne Antwort. Dann ist es Gewissheit. Brüssel ist nicht nur getroffen, sondern auch verwundet.   

Die Karte zeigt die Anschlagsorte und weitere wichtige Schauplätze in Brüssel im Überblick:

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