Brennend heiße Debütanten warten auf den VfR

Wieder im Training und heute beim Masters in Kiel am Start: Fußball-Regionalligist VfR Neumünster mit dem frisch gebackenen Vater Patrick Nagel (links).
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Wieder im Training und heute beim Masters in Kiel am Start: Fußball-Regionalligist VfR Neumünster mit dem frisch gebackenen Vater Patrick Nagel (links).

Neumünsters Fußball-Regionalligist steht nach seinem Trainingsstart heute vor 8500 Zuschauern beim Masters in Kiel auf dem Prüfstand

shz.de von
10. Januar 2015, 10:00 Uhr

„Lass das mal die Mannschaft machen.“ VfR-Coach Uwe Erkenbrecher lehnte sich beim gestrigen Ausblick auf das 17. SHFV-Hallenmasters in Kiel (heute, 18.15 Uhr) weit zurück. Es war der gute, weil homogene und ehrgeizige Eindruck, den Neumünsters abstiegsbedrohter Fußball-Regionalligist am Donnerstagabend beim ersten Training des neuen Jahres hinterließ, der den Übungsleiter ganz relaxed ins heutige Mega-Turnierevent in der Ostseehalle starten lässt.

„Für mich hat das Masters nicht die oberste Priorität, daher werde ich keinen Druck aufbauen. Auch schraube ich die Erwartungen nicht so hoch, das könnte nämlich leicht zu einer Enttäuschung führen“, meint Erkenbrecher, dessen Team heute auf den Titelverteidiger und Ligarivalen zugleich, ETSV Weiche Flensburg, sowie die beiden Masters-Neulinge Eutin 08 und TuS Hartenholm aus der SH-Liga trifft. „Eine Prognose kann man gar nicht abgeben, weil uns jeglicher Vergleich in der Halle mit diesen Kontrahenten fehlt. Fakt ist jedoch, dass die beiden erstmals startenden Teams gefährliche Gegner sind, weil sie mit jeder Menge Ehrgeiz auflaufen dürften“, erwartet der VfR-Coach „brennende“ Außenseiter. Jene dürfen sich auf eine unglaubliche Unterstützung freuen: Eutin bringt rund 700 Schlachtenbummler mit, Hartenholm gar 800 – darunter sollen sich sogar die TV-Größen „Joko“ Winterscheidt („Circus HalliGalli“) und Rolf Fuhrmann (Sky) befinden. Rasensport hat in seinen Reihen 240 Tickets abgesetzt und extra 100 lila-weiße Fähnchen geordert, allerdings boykottieren die Ultras des VfR das Masters wegen dessen Kommerzcharakters auch in diesem Jahr. Das Turnier ist im Übrigen ausverkauft, die gut 8500 zur Verfügung stehenden Karten wurden allesamt im Vorwege an den Fan gebracht.

Der letzte von insgesamt drei Triumphen des VfR in der Ostseehalle liegt mittlerweile zwölf Jahre zurück, auch Trainer Erkenbrecher ist eher ein Relikt längst vergangener Masters-Tage. Als Coach des VfB Lübeck feierte er bei den ersten beiden Auflagen in den Jahren 1999 und 2000 zwei Mal den Turniersieg, ehe anschließend drei Mal „nach Rad“ der VfR dran war. Rasensport ist einer von drei Clubs, die nie (!) beim Masters gefehlt haben. Zu diesem Trio zählen ferner der aktuelle Drittligist Holstein Kiel und Regionalligaaufsteiger VfB Lübeck, die heute in der Parallelstaffel mit SH-Liga-Spitzenreiter TSV Schilksee und dem Regionalligaabsteiger SV Eichede um den Halbfinaleinzug streiten werden, ehe es um die fette Siegprämie in Höhe von 5000 Euro gehen wird.

Beim Trainingsauftakt des VfR fehlten Ljubisa Gavric (privat verhindert), Kevin Ingreso (berufliche Gründe) und Felix Schlagelambers (absolviert nach einem Muskelbündelriss Individualtraining). Kapitän Patrick Nagel präsentierte sich dort als frisch gebackener Vater – am vergangenen Sonntag kam Söhnchen Emil zur Welt. Ein Neuzugang war nicht dabei, immerhin durfte der auch heute im Masters-Kader stehende A-Jugendliche Paul Falk mitmischen. „Er macht sich gut“, lobt Erkenbrecher den Youngster, der bereits beim Turniersieg der „Veilchen“ in der Holstenhalle am zweiten Weihnachtstag zum Aufgebot des Regionalligisten gezählt hatte. Dass die Lila-Weißen in der Winter-Transferperiode noch einen externen „Neuen“ holen werden, ist sehr unwahrscheinlich. „Denn Spieler, die uns wirklich weiterhelfen würden, sind nicht zu finanzieren oder gar nicht erst auf dem Markt“, weiß auch Erkenbrecher.

Mit zwei Einheiten in der Stefan Schnoor Arena hat sich Rasensport auf das Masters vorbereitet. „Das Turnier in Kiel ist ein Bonbon, den wir jetzt mitnehmen“, setzt Erkenbrecher eher auf den Spaßfaktor, bevor am kommenden Montag mit dem ersten Training unter freiem Himmel endgültig das „Unternehmen Klassenerhalt“ starten wird.

VfR-Kader für das Masters: Kassler, Springer - Abou-Khalil, Durak, Falk, Ingreso, Kramer, Laabus, Nagel, Pino Tellez, Tenno, Zekjiri.

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