Reinfeld : Bombenalarm: Rucksack stoppt Bahn

Kommissar Michael Wulf von der Bundespolizei untersuchte im Regionalexpress Rucksack und Federtasche noch einmal, ehe er alles in einen großen Sack steckte und zu seinem Einsatzfahrzeug am Reinfelder Bahnhof trug.  Foto: Burmester
Kommissar Michael Wulf von der Bundespolizei untersuchte im Regionalexpress Rucksack und Federtasche noch einmal, ehe er alles in einen großen Sack steckte und zu seinem Einsatzfahrzeug am Reinfelder Bahnhof trug. Foto: Burmester

300 Fahrgäste mussten umsteigen / Strecke von Lübeck bis Bad Oldesloe stundenlang voll gesperrt / Bahnhof abgeriegelt

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10. Dezember 2011, 09:26 Uhr

Reinfeld | Ein herrenloser Rucksack im Regionalexpress war der Grund dafür, dass ein Zug gestoppt wurde und die Bahnstrecke von Lübeck nach Hamburg für über zwei Stunden voll gesperrt werden musste. Gegen 8.30 Uhr hatte ein ein Reisender im Regionalexpress 21409 von Lübeck nach Hamburg einen herrenlosen Rucksack im ersten Waggon entdeckte und einen Zugbegleiter darauf aufmerksam gemacht. Da der niemanden finden konnte, dem er den Rucksack hätte zuordnen können, verständigte er die Bundespolizei.

Sofort wurden Einsatzkräfte des Reviers in Lübeck nach Reinfeld in Marsch gesetzt, um weitere Maßnahmen zu koordinieren. Der Regionalexpress wurde am Reinfelder Bahnhof gestoppt, alle 300 Fahrgäste mussten in einen bereit stehenden Zug umsteigen. Dann wurde die Bahnstrecke zwischen Lübeck und Bad Oldesloe voll gesperrt.

Gleichzeitig riegelte die ebenfalls alarmierte Landespolizei den Bahnhof ab. Die Reinfelder Feuerwehr und ein Rettungswagen wurden präventiv an die Einsatzstelle beordert.

Nachdem der Einsatzleiter der Bundespolizei, Kommissar Sascha Bartelt, sich einen Überblick verschafft hatte, ließ er nach Rücksprache mit der übergeordneten Dienststelle in Kiel das Entschärferteam vom Flughafen Fuhlsbüttel aus Hamburg anrücken. Mit Spezialhelm und Schutzkleidung ausgestattet machte sich ein Entschärfer auf den Weg.

Rein äußerlich war dem schwarzen Rucksack mit rotem Aufdruck nichts anzusehen. Ein Röntgenbild, das der Experte anfertigte, brachte die Spezialisten zunächst die Erkenntnis, dass es sich um eine Schultasche handeln könnte. Doch wegen der Federn in den Kugelschreibern und der diversen Stifte gingen die Männer auf Nummer Sicher und öffneten mit Spezialgerät erst den Rucksack und dann die Federtasche.

Gegen 11.05 Uhr gaben die Spezialisten dann Entwarnung. Es handelte sich tatsächlich nur um den Rucksack eines Siebtklässlers, den der im Zug liegengelassen hatte. Die Beamten der Bundespolizei werden nun den Besitzer des Rucksacks ermitteln. Anschließend wird geprüft, ob und inwieweit der Schüler für den entstandenen Schaden haftbar gemacht werden kann.

Einsatzleiter Bartels bezeichnete den Ablauf des Einsatzes am Ende als "nahezu perfekt". Das Zusammenspiel zwischen Deutscher Bahn, Bundes- und Landespolizei sowie der örtlichen Feuerwehr und dem Rettungsdienst habe reibungslos und schnell funktioniert. Auch die Evakuierung und die Umsetzung der Reisenden in einen anderen Zug sowie der Schienenersatzverkehr seien reibungslos abgewickelt worden.

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