Bahn-Privatisierung: Der lange Weg zur Entscheidung

Seit Beginn der Bahnreform vor 14 Jahren ist der bundeseigene Konzern auf Sanierungskurs. Die Debatte über eine Teilprivatisierung hatte bereits zahlreiche Etappen.

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14. April 2008, 04:25 Uhr

5. Januar 1994: Die "Deutsche Bahn Aktiengesellschaft" wird ins Handelsregister Berlin-Charlottenburg eingetragen. In ihr gehen die westdeutsche Bundesbahn und die Reichsbahn der früheren DDR auf.

1. Juni 1999: In der zweiten Stufe der Bahnreform werden unter dem Dach des Mutterkonzerns Aktiengesellschaften für Personenverkehr, Fracht, Schienennetz und Bahnhöfe gegründet.

22. September 2004: Pläne für einen Börsengang bereits im Sommer 2006 platzen. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) nennt als neuen Zeitrahmen die Spanne "zwischen 2006 und 2008".

18. November 2005: Im Koalitionsvertrag vereinbaren Union und SPD, über "die Gestaltung des Börsengangs" der Bahn entscheiden zu wollen.

8. November 2006: Die Fachpolitiker einigen sich grundsätzlich auf eine Teilprivatisierung bis 2009. Das Netz soll beim Bund bleiben, die Bahn soll es aber bewirtschaften und in der Bilanz führen können.

27. Oktober 2007: Der SPD-Parteitag bremst die Pläne aus und beschließt unter anderem, dass zur Privatisierung stimmrechtslose Vorzugsaktien ("Volksaktien") ausgegeben werden sollen.

November 2007: Aus dem Bundesfinanzministerium wird ein neues Modell vorgeschlagen. Demnach sollen private Investoren nicht vom Gesamtkonzern, sondern von einer zu gründenden Zwischenholding für den Personen- und Güterverkehr bis zu 49,9 Prozent kaufen können.

10. März 2008: SPD-Chef Kurt Beck kündigt die Einsetzung einer Arbeitsgruppe an, um eine gemeinsame Position der Partei zu finden.

14. April 2008: Die SPD-Führung verständigt sich, nur bis zu 24,9 Prozent der Holding für Personen- und Güterverkehr zu privatisieren.

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