Klaus-Harms-Schule : Auf die Entlassung folgt die Premiere

Ein goldener Stern beweist es: 'Abi 2015' - geschafft. Björn Martensen (li.) und Marcel Diederichsen präsentieren ihn dem Publikum in der Schulaula.
Ein goldener Stern beweist es: "Abi 2015" - geschafft. Björn Martensen (li.) und Marcel Diederichsen präsentieren ihn dem Publikum in der Schulaula.

75 Abiturienten feiern ihre Zeugnisübergabe und legen den Grundstein für einen „Walk auf Fame“.

shz.de von
06. Juli 2015, 10:15 Uhr

Um kurz nach halb zehn am Freitagabend knallten die Sektkorken, dabei hatten zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht alle Abiturienten der Klaus-Harms-Schule ihr Zeugnis erhalten. In Feierlaune waren sämtliche Anwesende allerdings ohnehin von Beginn an. Anstoßen vor dem offiziellen Ende war also erlaubt.

Zuvor hatten die 75 Absolventen zunächst ihrem Schulleiter Thomas Hellmuth zugehört, der in treffenden Worten Bezug nahm auf das diesjährige Abi-Motto „Die nachfolgende Sendung ist für Zuschauer ohne Abi nicht geeignet“. Hellmuth nämlich erkannte mit einem Augenzwinkern, dass für manche der Schüler das Fach Mathematik „eher ein Film mit Überlänge war, wenn ein Kurzfilm gereicht hätte“. Umschalten sei zudem nicht möglich gewesen – „aber immerhin abschalten“. Das was den jungen Leuten nun allerdings bevor bestehe, sei etwas Besonderes – Hellmuth: „Ihr Leben ist eine Premiere.“

An einen erheblichen Einschnitt kurz vor den Abiprüfungen erinnerte stellvertretend für den Schulträger, die Stadt Kappeln, Bürgermeister Heiko Traulsen: der große Wasserschaden im Februar. „Ich habe nie ein Jammern von Ihnen gehört“, sagte Traulsen. „Sie haben stattdessen ein Höchstmaß an Flexibilität bewiesen.“ Sein Appell an die Absolventen: „Suchen Sie sich die richtigen Vorbilder und nutzen Sie die Chance, die Gesellschaft mitzugestalten.“

Die Schulelternbeiratsvorsitzende Brigitte Hansen gab den Abiturienten mit auf den Weg, sich von Rückschlägen nicht entmutigen zu lassen, sich vielmehr die Lebensfreude zu erhalten. Und Henning Martensen, Elternvertreter des Abijahrgangs, hatte sogar Geschenke mitgebracht: Für jeden Absolventen gab es eine weiße Rose verbunden mit der letzten Hausaufgabe, diese zu trocknen – denn Martensen: „Ich wünsche euch, dass eure Blüte nie verblühen möge.“ Die beiden Lehrer Holger Moischewitz und Petra Gershoff-Dankers attestierten dem Abschlussjahrgang in einer sehr abwechslungsreichen Rede eine ausgeprägte soziale Ader und bodenständige Klugheit. Moischewitz schloss mit dem Wunsch: „Blickt über den Tellerrand, und vergesst nicht, wo ihr herkommt.“

In ihrer gemeinsamen Ansprache blickten die Abiturienten Malin Jessen, Piet Ramsl und Paul Weller-von Ahlefeld auf die gemeinsamen Jahre zurück und betonten, dass es eben die Verschiedenheit der Schüler gewesen sei, die sie zu einem gemeinsamen Jahrgang geformt habe. Der stellvertretende Schulleiter Dietmar Hilscher würdigte anschließend die Individualität von sechs Schülern dieses Jahrgangs mit einem besonderen Buchpreis: Hanna Hüttermann für ihren Abischnitt von 1,2, Marcel Paulsen für seine „extrem große Hilfsbereitschaft“, Frederik Hansen für seinen „uneigennützigen Einsatz“ für die Schulgemeinschaft, Malin Jessen und Piet Ramsl für ihre lange und „immer zuverlässige Arbeit“ in der Schülervertretung. Jendrik Nissen durfte hinterher noch einmal zeigen, womit er sich die besondere Erwähnung verdient hatte: Ihn nannte Hilscher eine „Rampensau“ – gleichzeitig „professionell und explosiv“. Mit der Band „Lazybones“ zeigte der Abiturient, was damit gemeint war. Für „herausragende Leistungen“ im Fach Latein wurden schließlich noch Annika Jeß und Tobias Halfpaap geehrt.

Und ganz zum Schluss reckten die beiden Schüler Björn Martensen und Marcel Diederichsen einen großen goldenen Stern mit der Aufschrift „Abi 2015“ in die Höhe. Er soll die Stelle auf dem Schulgelände schmücken, an der der Jahrgang eine Zeitkapsel vergraben will. Passend zum Kino-geprägten Abi-Motto also schufen sich die 75 Absolventen ihren ganz eigenen „Walk of Fame“.

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