Auch die SG kann Kiel nicht erschüttern

Viktor Szilagyi (l.) kommt gegen den Kieler Daniel Narcisse zum Wurf. Foto: dewanger
Viktor Szilagyi (l.) kommt gegen den Kieler Daniel Narcisse zum Wurf. Foto: dewanger

THW gewinnt Derby mit 32:27 und profitiert von Schlappe des HSV Hamburg / Jicha mit zwölf Toren überragender Akteur

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08. Dezember 2011, 09:21 Uhr

flensburg | Der THW Kiel ließ sich in der Handball-Bundesliga auch von der SG Flensburg-Handewitt nicht aus der Erfolgsspur drängen. Der Spitzenreiter gewann gestern das Derby in der Campushalle vor 6300 Zuschauern mit 32:27 (14:12). Gleichzeitig verlor Verfolger HSV Hamburg sensationell mit 31:32 beim TuS N-Lübbecke - weit und breit ist nichts und niemand in Sicht, der den THW auf dem Weg zur Rückeroberung des Titels aufhalten kann.

Insbesondere mit zwei Maßnahmen versuchte es SG-Trainer Ljubomir Vranjes. Zum einen überraschte er mit einer ungewöhnlich offensiven 5:1-Abwehr gegen den wurfgewaltigen Kieler Rückraum, zum anderen ließ er vorn gegen die 3-2-1-Deckung der Gäste konsequent mit zwei Kreisläufern spielen. Beides Ideen, die gewisse Effekte hatten, aber auch mit Risiken behaftet waren. Der THW ließ sich zunächst überraschen, so dass die SG eine 3:0-Führung vorlegte. Nervös wurde der Spitzenreiter jedoch nicht. Bald besannen sich die Zebras auf ihre Qualität und benötigten weniger als zwei Minuten, um den Rückstand in einen 4:3-Vorsprung zu drehen. Wenig später war er auf 9:5 und 10:6 angewachsen. Kleine Fehler der Flensburger, gelegentlich ein falscher Pfiff der Unparteiischen Schaller/Wutzler und ein THW-Keeper Thierry Omeyer, der Svan, Eggert und Knudsen völlig freie Würfe abkaufte, verschafften den Gäste zusätzlichen Rückenwind. Die SG kämpfte aber weiter tapfer und kam wieder auf 11:12 (26.) heran, nachdem Viktor Szilagyi ab der 20. Minute dem Angriffsspiel mehr Struktur verlieh. Allerdings fehlten weiter Tore aus dem Rückraum: Kaufmann traute sich oft nicht, der gut abgeschirmte Glandorf bekam die Bälle meist nur im Stand und konnte wenig damit anfangen. Der THW hingegen konnte sich auf die Wurfkraft von Narcisse und des überragenden Jicha verlassen.

Ein starker SG-Torhüter Mattias Andersson hielt zarte Hoffnungen der Gastgeber lange Zeit am Leben, doch weiter als auf 18:19 (44.) kamen die Flensburger, denen nun nach aufreibender Abwehrarbeit allmählich auch die Kräfte schwanden, nicht mehr heran. Immerhin kann sich die SG damit trösten, sich weitaus besser verkauft zu haben als noch beim 21:35-Desaster vor drei Monaten im Hinspiel.SG Flensburg-Handewitt: Andersson, Rasmussen (bei einem 7m) - Bastian (n.e.), Karlsson, Eggert (7/5), Glandorf (3), Mogensen (2), Svan Hansen (5), Djordjic (n.e.), Mocsai (1), Heinl (n.e.), Szilagyi (2), Kaufmann (3), Knudsen (4).

THW Kiel: Omeyer, Palicka (bei einem 7m) - Andersson (3), Lundström (n.e.), Sprenger (3), Ahlm, Kubes (1), Reichmann, Zeitz, Palmarsson (1), Narcisse (5), Ilic (3/1), Klein (4), Jicha (12/4).

Schiedsrichter: Schaller/Wutzler (Leipzig/Frankenberg). - Zeitstrafen: 5:5. - Siebenmeter: 5:7.

Zuschauer: 6300 (ausverkauft).

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