Neumünster : Arbeitnehmerinnen verkaufen sich immer noch unter Wert.

Susanne Hauch-Kaufmann (links) und Carin Schumacher informierten Frauen über Lohnungleichheit.
Susanne Hauch-Kaufmann (links) und Carin Schumacher informierten Frauen über Lohnungleichheit.

Informationen zu Lohnungleichheit gab es am Montag Beratungsstelle „Frau & Beruf“.

shz.de von
13. März 2018, 12:02 Uhr

Neumünster | Das Thema Lohnungleichheit zwischen Männern und Frauen wurde gestern von der Beratungsstelle „Frau & Beruf“ thematisiert. Dazu hatten sie in der evangelischen Familienbildungsstätte zum Lunch „Frauenwissen mit Biss“ geladen.

Hier informierten die Beraterinnen Carin Schumacher und Susanne Hauch-Kaufmann vom Deutschen Landfrauenverband über das Thema.

„Ein Mann verdient pro Stunde 20,71 Euro. Eine Frau nur 16,21 Euro. Das ist verheerend“, sagte Susanne Hauch-Kaufmann, die feststellte, dass Frauen sich „unter Wert verkaufen“. Für die 16 Besucherinnen, die an der Informationsveranstaltung teilnahmen, hatten die Beraterinnen ein Quiz vorbereitet. In diesem stellten sie mit statistischen Daten die Lücke im Einkommen zwischen Männern und Frauen vor. Die Teilnehmerinnen sollten hier zum Beispiel schätzen, wie viel des weltweiten Einkommens durch Frauen erwirtschaftet wird. Da es nur etwa zehn Prozent sind, sollte anschließend überlegt werden, woran dieser Unterschied liegen könnte.

„Es sind ja meistens Männer, die über die Gehälter entscheiden“, sagte Juliane Drechsel. Sie spielte darauf an, dass vor allem in Führungspositionen wenig Frauen zu finden sind.

Für eine Führungsposition muss natürlich ein höherer Bildungsabschluss vorliegen. „Je besser eine Frau jedoch ausgebildet ist, desto größer ist die Lücke zu den Männern beim Gehalt“, erklärte Carin Schumacher.

Doch auch Unwissenheit führt zu Nachteilen. „So wissen zum Beispiel 41 Prozent der Frauen nicht, wie viel ihr eigener Ehemann verdient“, sagte Carin Schumacher. Auch in Betrieben ist es ein Problem, dass Frauen nicht wissen, wie viel ihre Kollegen, die in der gleichen Position sind, verdienen. So könne die Lohnungleichheit nicht abgebaut werden. Dass Gehälter nun offengelegt werden, sehen die Beraterinnen als guten Schritt in die richtige Richtung.

Nach der Informationsveranstaltung wurden viele Einzelgespräche geführt und ein kleiner Imbiss eingenommen. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Ablauf der Veranstaltung“, so Susanne Hauch-Kaufmann. Ihr Ziel war es, zu informieren und zu sensibilisieren.

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