Appell an die Politik

Die Wirtschaftsvereinigung will stärker eingebunden werden: (von links) Kathrin Dehn-Schumacher, Günter Koch, Anja Kasch, Rainer Malchus, Franz Michael Bussmann und Dieter Rixen mit Unterschriftslisten. Foto: Schröder
Die Wirtschaftsvereinigung will stärker eingebunden werden: (von links) Kathrin Dehn-Schumacher, Günter Koch, Anja Kasch, Rainer Malchus, Franz Michael Bussmann und Dieter Rixen mit Unterschriftslisten. Foto: Schröder

Wirtschaft sieht sich bei der Entscheidungsfindung über die Zukunft des Tourismus-Marketings in Malente nicht eingebunden

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17. Dezember 2011, 08:24 Uhr

Ist hinter den Kulissen bereits die Entscheidung gefallen? Das befürchten Vermieter und Gastronomen bei der Frage, wer künftig Malente unter touristischen Aspekten vermarkten soll. "Wir vermissen die Transparenz", kritisierte gestern Günter Koch, Mitglied im Arbeitskreis Wirtschaft und Tourismus der Wirtschaftsvereinigung Malente (WVM) bei einem Pressegespräch. Der Arbeitskreis habe das Gefühl, die Entscheidung sei bereits getroffen, ohne dass dessen Argumente gehört worden seien.

Was die Wirtschaft will, ist bekannt: 41 Betriebe unterstützen mit ihrer Unterschrift die Forderung des Arbeitskreises, die WVM-Chef Franz Michael Bussmann noch einmal bekräftigte: "Die Holsteinische Schweiz ist eine sehr starke Marke und auf diese Marke sollten wir setzen." Das ist ein klares Plädoyer dafür, dass Malente nun auch Mitglied der Tourismuszentrale Holsteinische Schweiz (TZHS) werden soll, in der sich im Oktober 2010 Eutin, Plön, Bosau, Grebin, Bösdorf und Dersau in Form eines Zweckverbands zusammengeschlossen haben - Malente war in letzter Sekunde ausgestiegen, da die Gemeinde bis Ende 2012 an den Dienstleister GLC Glücksburg Consulting gebunden ist.

Das Votum für die TZHS bedeute nicht, dass man gegen GLC sei, betonte Anja Kasch. "Wir möchten nur mit zur Holsteinischen Schweiz gehören." Das sieht auch Günter Koch so. "Wer nachher das operative Geschäft im Tourismus-Pavillon macht, ist eine andere Geschichte." Erforderlich sei aber die Vermarktung unter einer Dachmarke.

Bei der Entscheidungsfindung der Kommunalpolitik fühlt sich die Wirtschaft allerdings nicht mitgenommen: "Wir wurden zwar gehört, haben aber die Befürchtung, dass unsere ,Unternehmensparteien uns nicht verstehen", formuliert Kathrin Dehn-Schumacher ihre Bedenken. Und Günter Koch beklagt: "Uns sind die Argumente der Kommunalpolitik nicht bekannt. Sonst würde sich vielleicht das ein oder andere erledigt haben."

Bussmann bedauerte, dass die Wirtschaftsvereinigung nicht die Möglichkeit bekommen habe, bei der kürzlich erfolgten Präsentation der beiden Anbieter dabei zu sein, weil der Tourismusausschuss nicht-öffentlich getagt hatte. Koch fordert nun, dass die Politik auf die Wirtschaft zugeht. Der Tourismus-Ausschuss solle der Wirtschaft gegenüber die Argumente auf den Tisch legen. Das müsse allerdings "zeitnah und nicht erst kurz vor Toresschluss" geschehen.

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