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Appell an Berlin: Eine Lanze für den Jütland-Korridor

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Von einem offiziellen Schulterschluss mit Dänemark verspricht sich Verkehrsminister Reinhard Meyer, dass Schleswig-Holsteins Verkehrsprojekte „Rückenwind bei den maßgeblichen Entscheidungsträgern in Berlin bekommen“. Das sagte der SPD-Politiker bei der Vorstellung eines Handlungskatalogs der 2011 gebildeten deutsch-dänischen Verkehrskommission. Denn der gemeinsame Bericht, so Meyer, mache deutlich, „dass die Verkehrswege im Land nicht nur für Schleswig-Holstein, sondern auch für den skandinavischen Raum von erheblicher Bedeutung sind“.

Das Sprechen mit einer Stimme hält Meyer erst recht für wichtig, weil viele Ausbauwünsche im Norden vom neuen Bundesverkehrswegeplan abhängen, die der Bund 2016 beschließt. Angesichts der chronischen Unterfinanzierung habe Berlin „bereits ein restriktives Verfahren angekündigt“. Da sei internationale Schützenhilfe im Verteilungswettbewerb umso dringlicher. Der Bund müsse Schleswig-Holsteins Drehscheibenfunktion zwischen Nord und Süd stärker im Blick haben. Meyer will den von Politik und Wirtschaft erarbeiteten Kommissionsbericht nun Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt zuleiten.

Das 76-seitige Dokument bricht ungeachtet der Pläne für eine feste Fehmarnbelt-Querung eine Lanze für den Jütland-Korridor. Die Achse werde angesichts der Verkehrsmengen die bedeutendste bleiben. Die Empfehlungen listen nicht nur den zügigen Neubau der Rader Hochbrücke und den westlichen Weiterbau der A 20 auf, sondern auch einen sechsspurigen Ausbau der A 7 nördlich von Bordesholm. Letzteren stuft der Bericht aber erst nach 2030 als realistisch ein. Damit der Bund einen vordringlichen Bedarf anerkennt, müssten dort täglich über 65 000 Fahrzeuge rollen. Heute sind es 39  400. Die B 5 soll laut dem gemeinsamen Papier auf dem ganzen Abschnitt zwischen Heide und Grenze „eine multi-spurige Schnellstraße“ werden. Für die Bahnstrecke Itzehoe-Niebüll will Meyer den Bericht zum Anlass nehmen, „ernsthaft über die vollständige Elektrifizierung zu reden“.

Der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Hans-Jörn Arp, stichelte: „Meyer muss nur deshalb immer wieder die Bedeutung von Straßen bekräftigen, weil er sie nicht baut. Verkehrsprojekte stehen bei dieser Landesregierung ganz unten auf der Prioritätenliste.“ Deshalb gebe es kaum Planungskapazitäten.

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erstellt am 16.Nov.2015 | 14:43 Uhr

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