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11. Dezember 2017 | 18:49 Uhr

Ansetzung von Pokal-Viertelfinale wird zur Posse

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Fußball: Die A-Jugend des Eckernförder SV ist kampflos aus dem Kreispokal ausgeschieden – ESV reagierte nicht auf Schreiben des KFV – Manfred Medler spricht von einer „Frechheit“

von
erstellt am 15.Apr.2015 | 20:00 Uhr

Dass ein Kreispokal-Viertelfinale nicht ausgetragen wird, weil der Kreisfußballverband und die Vereine sich nicht auf einen Spieltermin einigen können, sollte eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit sein. Doch genau so ist es im Kreispokal der A-Jugendlichen gekommen. Der Osterrönfelder TSV zog durch das Nichtantreten der Gäste vom Eckernförder SV kampflos ins Halbfinale ein. Eine Entscheidung, die – bis auf den OTSV – keine Sieger sondern nur Verlierer kennt.

Auf den ersten Blick ist es kaum nachzuvollziehen, warum das für den 8. Oktober 2014 angesetzte Viertelfinale zwischen den beiden Verbandsligisten aus Osterrönfeld und Eckernförde keinen sportlichen Sieger fand. Rückblende: Der ESV hatte am angesetzten Spieltermin personelle Engpässe. Beide Trainer konnten an dem Mittwochabend im Oktober nicht, und auch innerhalb der Mannschaft gab es zahlreiche Absagen. Also kontaktierte der ESV die Gastgeber und man einigte sich darauf, den Spieltermin zu verlegen. Dies wurde auch dem KFV in Person von Jörg Engelbrecht, dem Leiter des Jugend-Kreispokals, mitgeteilt. Der Antrag auf Spielverlegung auf den 28. Februar 2015 wurde jedoch abgelehnt mit dem Hinweis, dass die Partie zu dieser Jahreszeit stark ausfallgefährdet sei und im Jahr 2014 noch genügend Zeit bis Weihnachten gewesen wäre. Engelbrecht bat um einen anderen Terminvorschlag seitens der Vereine, was nicht geschah. Deshalb blieb es bei der ursprünglichen Ansetzung, die der ESV nicht wahrnahm, kampflos ausschied und zudem ein Ordnungsgeld in Höhe von 50 Euro zahlen musste.

Soweit die Faktenlage. Bei der Recherche des Falls wurde deutlich, dass insbesondere der Eckernförder SV nicht ausnahmslos glücklich agierte. Der kampflose Sieg einer Mannschaft in einem Pokal-Viertelfinale darf durchaus als unwürdig bezeichnet werden, immerhin geht es in diesem Wettbewerb um die fußballerische Herrschaft im großen Kreis Rendsburg-Eckernförde. Prestigeträchtig und sportlich reizvoll sollte man meinen, insofern wäre es aber sicherlich auch im Interesse des KFV gewesen, einen sportlichen Sieger zu finden.

Doch in diesem Fall scheiterte das Viertelfinale an der Kommunikation zwischen Verband und Vereinen. „Es ist total schade, dass es so gekommen ist“, sagt KFV-Mitglied Jörg Engelbrecht. Er weist im Gespräch mit der EZ darauf hin, dass es im Kreispokal ein Jahr zuvor Probleme mit einer Ansetzung gegeben habe. Die Erstrunden-Partie des FC Fockbek gegen den ESV wurde fast sechs Monate nach dem übrigen Erstrunden-Spielen ausgetragen. Deshalb habe man seitens des Verbandes darauf gedrängt, die Viertelfinal-Partie noch im Jahr 2014 auszutragen. Bei einem langen Winter und mehreren Ausfällen der Verbandsligaspiele, wäre der Pokaltermin immer weiter nach hinten gerückt, da der Spielbetrieb auf Verbandsebene Vorrang hat.

Beim ESV reagierte man auf den abgelehnten Spieltermin im Februar vorerst gar nicht. Deshalb bekamen sowohl der OTSV als auch der ESV rechtzeitig vor dem ursprünglichen Termin am 8. Oktober vom Verband erneut Post auf digitalem Weg. Engelbrecht hatte, da ihm kein neuer Ausweichtermin vorgeschlagen wurde, den alten Spieltermin wieder angesetzt. Die verbliebenen A-Jugendlichen und einige B-Jugendliche der Eckernförder stellten sich sogar auf den Spieltermin ein, doch einen Tag vor dem Viertelfinale, teilte der ESV in Person von Jugendwart Jochen Strübing dem KFV mit, dass die Mannschaft nicht antreten würde. Der OTSV kam sieglos eine Runde weiter. „Wir hätten uns gerne sportlich gemessen“, sagt OTSV-Trainer Frank Schröder. Beim ESV findet der technische Leiter Manfred Medler deutliche Worte: „Es ist eine absolute Frechheit, wie mit uns als Verein umgegangen wurde. Der Verband hat es zu akzeptieren, wenn sich zwei Vereine auf einen Termin verständigen.“ Der Spielausschussvorsitzende des KFV, Olaf Jacobi, stimmt mit Medler nicht überein. Er nimmt seinen Verband in Schutz und die Vereine in die Pflicht: „Das hätten beide Seiten sauberer lösen können. Aber die Vereine sollten bei Terminfragen auch nicht auf stur stellen.“

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