Gräber : Am Fuße des Löwen oder nah beim Watt

Ruhe neben dem Lieblingslöwen: Das Grab von Carl Hagenbeck. Foto: Bremer
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Ruhe neben dem Lieblingslöwen: Das Grab von Carl Hagenbeck. Foto: Bremer

So haben sich Prominente bestatten lassen.

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23. November 2008, 10:27 Uhr

Ein besonderer Anziehungspunkt sind die Grabstätten der Prominenz. Viele norddeutsche Prominente liegen auf dem Parkfriedhof in Hamburg, einige auf ihrer Lieblingsinsel: Sylt. Acht Promis, acht Gräber.

Hamburg Ohlsdorf Carl Hagenbeck (*10.6. 1844, † 14.4.1913) ist der einzige Prominente, der sich für sein Familiengrab etwas Extravagantes gönnte: Auf dem so genannten Millionenhügel ruht der Tierparkgründer vor seinem Lieblingslöwen "Triest". Das Tier hatte ihm einst das Leben gerettet, als Hagenbeck im Freigehege gestolpert und von einem Tiger angegriffen worden war.

Inge Meysel (*30.5.1910, † 10.7.2004) liegt zwischen knorrigen alten Fichten derart versteckt im Park, dass ihre Grabplatte ohne Führung nur schwer zu finden ist. 1945 kam die damals 35-Jährige ans Thalia Theater nach Hamburg. Die Rolle der Portierfrau Anni Wiesner in "Fenster zum Flur" brachte ihr 1959 den Beinamen "Mutter der Nation" ein. Im Fernsehen wurde die Schauspielerin vor allem als Käthe Scholz in der Fernsehserie "Die Unverbesserlichen" bekannt.

Hans Albers (*22.9.1891, † 24.7.1960) zählt zu Hamburgs Urgesteinen. Der Sohn eines Schlachtermeisters wurde in der Langen Reihe im Stadtteil St. George geboren. Nach dem 1. Weltkrieg mimte er in zahlreichen Spielfilmen den Ganoven bis er als "Blonder Hans" berühmt wurde. Noch heute ertönt in den Hamburger Kneipen - besonders zu den späten Stunden - sein "Auf der Reeperbahn nachts um halb eins". Albers Grab ist ausgeschildert.

Albert Ballin (*15.8.1857,† 9.11.1918), der mit 17 Jahren in die väterliche Auswandereragentur einstieg, wurde als "Des Kaisers Reeder" sehr geschätzt. Später wurde Ballin Generaldirektor der HAPAG, die unter seiner Leitung noch vor 1900 zur größten Reederei der Welt aufrückte. Als Ballin nach dem Ersten Weltkrieg für das von ihm aufgebaute Flotten-Imperium keine Zukunft mehr sah, nahm er sich das Leben. Ein großer Findling schmückt sein Grab.

Heinz Erhardt (*20.2.1909, † 5.6.1979) kam nach dem Zweiten Weltkrieg nach Hamburg und begann seine Karriere als Komödiant mit der Rundfunksendung "So was Dummes". Zehn Jahre später gelang ihm mit der Hauptrolle in "Der müde Theodor" der Durchbruch im Kino.

SyltAuf dem Keitumer Friedhof St. Severin liegt Rudolf Augstein (*5.11.1923, † 7.11.2002). 1947 gab der Journalist die erste Ausgabe der Zeitschrift "Der Spiegel" in Hannover heraus. Fünf Jahre später wechselte der Verlagssitz nach Hamburg. Auf seinem Grabstein finden sich häufig kleine Steine, die nach jüdischem Brauch bei einem Grabbesuch platziert werden. Augstein selbst war Atheist.

Peter Suhrkamp (*28.3.1891,† 31.3.1959) arbeitete erst als Lehrer, Dramaturg, Regisseur und Redakteur bevor er Anfang der 1930er Jahre als Herausgeber der Zeitschrift "Die Neue Rundschau" in den Berliner S. Fischer-Verlag eintrat. 1950 gründete er in Frankfurt am Main seinen eigenen Verlag. Laut Testament sollte seine Asche auf Sylt in die Nordsee gestreut werden, was jedoch unzulässig war. Seither ruht seine Urne an der Wattmauer des St. Severin-Friedhofs.

Als "Ekel Alfred" aus der Serie "Ein Herz und eine Seele" kennen die meisten Heinz Schubert (*12.11.1925,† 12.2.1999). Neben seiner Arbeit als Schauspieler liebte der gebürtige Berliner die Fotografie. Mit 73 Jahren verstarb er in Hamburg an einer Lungenentzündung. Schubert ist auf dem Friedhof der Friesenkapelle in Wenningstedt beigesetzt.

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