Altenholz erleidet den totalen Absturz

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Fußball-SH-Liga: Die Bilanz des TSV Altenholz in der Hinserie ist durchwachsen – Trainer Witt: „Unser Abschneiden ist unbefriedigend“

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22. Dezember 2014, 06:00 Uhr

Erst hui, dann über weite Strecken der Vorrunde ganz viel pfui – so lässt sich die Halbzeitbilanz des TSV Altenholz in der Fußball-SH-Liga zusammenfassen. Die Mannschaft von Trainer Harry Witt überwintert auf Platz 12 und hat nach 20 Spielen nur vier Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. Zahlen, die so vor der Saison wohl von keinem TSV-Spieler, dem Trainerteam oder Ligakenner erwartet worden waren. Die EZ fasst die bisherige Spielzeit der Altenholzer zusammen.

Der Traumstart
Nach fünf Spieltagen fanden sich die Altenholzer genau dort wieder, wo sie sich selber gesehen hatten – in der Spitzengruppe der Liga. Das 7:0 im Heimspiel gegen den völlig unterlegenen Aufsteiger FC Angeln ließ erneut aufhorchen. Platz zwei, mit 19 Toren der beste Sturm der Liga und mit nur sechs Gegentreffern auch eine solide Abwehr sprachen für einen formstarken und gefestigten TSV Altenholz. Der Angriff – vielleicht sogar auf Platz eins, wenn alles gut läuft – schien nicht unrealistisch.
Der Absturz
Doch nur einen Spieltag später musste der TSV beim 2:6 beim PSV Neumünster bitter feststellen, dass die Mannschaft eben doch nicht so souverän durch die Liga spazieren kann, wie in den fünf Spieltagen zuvor. „So ein Spiel, wie in Neumünster passiert im Laufe einer Saison mal“, weiß Trainer Harry Witt (Foto). Dass es fortan aber auch weiterhin nicht mehr rund lief, lag an verschiedenen Faktoren. Zum einen erkannte Witt bei seiner Mannschaft nach der intensiven Anfangsphase mit englischen Wochen schnell, dass seine Schützlinge nicht den körperlichen Fitnessstand hatten, wie in der Vergangenheit. Das lag auch daran, dass viele wichtige Spieler immer wieder aus Verletzungen kamen und eben nicht die für die SH-Liga nötige Fitness hatten. Deutlich verstimmter mussten die Altenholzer Verantwortlichen auch die immer wieder einsetzende Urlaubswelle im Kader schlucken.
Die Wackelabwehr
In so manchen Spielen war der TSV Altenholz drauf und dran, die Negativserie wieder zu durchbrechen. Die Offensive blieb gefährlich, doch in der Abwehr drückte der Schuh. „Wir haben in der Defensive nicht die richtige Formation gefunden“, sagt Witt. Dieses Problem war auch ganz eng mit dem Namen Patrick Amponsah verbunden. Der erfahrene Innenverteidiger litt immer wieder an kleineren Verletzungen und zeigte sich in vielen Spielen auffällig formschwach. „Man kann da ja fast schon von einer Krise sprechen, die wir erst zum Ende der Hinrunde wieder abstellen konnten“, sagt Witt über die Defensivschwäche.
Die Sorgenkinder
Doch es waren eben nicht nur die Abwehrspieler, die dem TSV Altenholz in der Zeit von August bis in den November hinein nur einen Sieg aus elf Spielen bescherten. Auch Leistungsträger wie Kapitän Lasse Jensen oder der beste Torschütze der Vorsaison, Ali Kalma, hatten mit sich zu kämpfen. „Es lief nicht rund im Gefüge“, sagt Witt, der eben das Fehlen einiger Führungsspieler wie Shpend Meshekrani oder Steffen Bruhn für nicht kompensierbar hält. „Das sind teilweise auch Spieler, die für uns eine Art Versicherung darstellen“, sagt Witt.
Der Kurswechsel
Mit einem 1:1 beim Abstiegskonkurrenten Heider SV brachte der TSV Altenholz sich wieder auf Kurs. Zuvor hatte Witt gegenüber der Mannschaft schon deutliche Worte gefunden und erklärt, dass die fußballerischen Fähigkeiten allein nicht mehr reichen. „Im Abstiegskampf muss man Fußball auch mal arbeiten“, so Witt. Mit Heimsiegen gegen Bordesholm, PSV Neumünster und zuletzt den NTSV Strand 08, hat sich Altenholz nun ein wenig von den Abstiegsplätzen befreien können. „Wir haben angefangen, jedes Spiel nur noch einzeln zu bewerten und uns auch immer nur auf den nächsten Gegner zu fokussieren“, erklärt Witt. Mit den Nachholspielen gegen den SV Henstedt-Ulzburg (Heimspiel) und FC Angeln 02 (auswärts) in der Hinterhand, hat der TSVA gute Chancen noch weitere Punkte zwischen sich und die Abstiegszone zu bringen.
Die Formstarken
Nicht alle Akteure der Randkieler hatten in der Hinserie Probleme. Es gab auch richtig formstarke Spieler. Hier muss an erster Stelle Neuzugang Tom Wüllner genannt werden. Der 21-jährige Stürmer kam aus der Verbandsliga von Eidertal Molfsee und schoss in seinen 19 Einsätzen beachtliche 13 Tore. „Bei Tom habe ich es schon erwartet, dass er sich auch in dieser Spielklasse durchsetzt“, sagt Witt. „Dass es aber so schnell passiert, habe ich nicht gedacht.“ Wüllner profitierte davon, dass Ali Kalma wegen seiner Hochzeit lange fehlte und Wüllner so direkt zu Saisonbeginn ins kalte Wasser geschmissen wurde. Worauf er cool reagierte. Ebenfalls auf eine gute Hinrunde blicken Veton Hodaj, Paul Camps, Kevin Link und René Joswig zurück.
Der Ausblick
Das Startprogramm in die Rückserie hat es mit Eichede, Meldorf, Todesfelde und Holstein II in sich. Doch Witt bleibt gewohnt entspannt und humorvoll: „Wenn das für uns neun Punkte werden, sehe ich in diesem Auftaktprogramm kein Problem.“ Aber Witt kann auch ernst mit der Situation umgehen und schätzt die Lage so ein: „Wir können mit allen Mannschaften dieser Liga mithalten. Die Verunsicherung hat das Team abgelegt und wenn wir wieder auf alle Verletzten zurückgreifen können, habe ich vor keinem Gegner Angst.“ In der Rückrunde wird der TSVA jedoch auf zwei Spieler verzichten müssen. Zu Witts Unmut zieht es David Wagner nach nur einem halben Jahr wieder zurück zum TSV Kronshagen, während Philip Bruhn aus beruflichen Gründen kürzer tritt und beim Kreisligisten TSV Melsdorf anheuert.
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