Aktiv: Faber Neujahrsempfang

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14. Januar 2013, 07:59 Uhr

Über 90 000 Einwohner, genau 8664 Studenten und viele Vorhaben kurz vor der Umsetzung: OB Faber erhofft sich viel vom neuen Jahr 2013

Flensburg

Es ist nicht sicher, aber ziemlich wahrscheinlich, dass Temme der jüngste unter fast 2000 Gästen beim Neujahrsempfang der Stadt gewesen ist. Sieben Wochen alt ist der Sohn von Bürgermeister Henning Brüggemann – und musste schon gähnen, bevor Papas Chef überhaupt mit der Festrede des Neujahrsempfangs startete.
Dennoch hatte Oberbürgermeister Simon Faber neben seinen drei Kernbotschaften – unserer Wirtschaft geht es gut, Flensburg wächst und die (geographische) Lage wird immer besser – etliche interessante Fakten in seine Festrede eingestreut: Im Oktober sei ein junger Student der 90 000. Einwohner geworden: „Das passt, wo sich gerade der Campus nun mit breiter Unterstützung auf den Weg zur Europa-Universität macht“, fand Faber. Rekordverdächtige 8664 Studenten seien jetzt auf dem Sandberg eingeschrieben.
Auch für die ganz Kleinen , also die unter Dreijährigen, und ihre Eltern meldete Faber Wachstum: „Wir konnten das Kita-Angebot hier auf 647 Plätze ausbauen.“ 2013 schaffe Flensburg, wenn es gut läuft, weitere 130 Plätze. Das sei dann etwa die wohl geforderte Versorgungsquote von 35 Prozent. Außerdem wolle Flensburg seiner besonderen Rolle als eine Art Großstadt für die Region gerecht werden. Deshalb müsse man in Flensburg finden, was man in Tarp oder Pattburg vergeblich suche: „Das urbane Wohnen mit Etagen, Balkons, WGs oder Lofts.“ Überall seien 2012 die Planungen vorangebracht worden. „Mit zügigen Entscheidungen wollen wir nun ab 2013 die Handwerker sehen: in Tarup, am Wasserturm, in der Eckener Straße, in der Kanzleistraße, in der Norderstraße, in Mürwik, auf der Rude oder – etwas später – am neuen Bahnhofsviertel!“
Wer derart angeregt seine Stadt-Kenntnisse testen oder auffrischen wollte, blieb vielleicht beim Flensburg-Quiz des Kinder- und Jugendbüros hängen. Dafür sollte man aber schon wissen, ob Flensburgs geographischer Mittelpunkt am Südermarkt, am Zob oder doch vielleicht auf der Großen Straße vor McDonald’s zu finden ist – und ob die die Höhemarkierungen am Kompanietor die Größe der ersten Bürgermeister der Stadt oder die höchsten Wasserstände der Stadthistorie bemessen.
Viereinhalb Monate vor der Kommunalwahl am 26. Mai waren auch die Stadtpolitiker nahezu komplett angetreten – und auch jene beiden, die bei der Bundestagswahl im Herbst CDU-Urgestein Wolfgang Börnsen beerben möchten – Dirk Peddinghaus von der SPD und Sabine Sütterlin-Waack von der CDU.
Bevor das Programm richtig bunt wurde, versprach OB Faber gute Entwicklungen am Wasser: Für das Kleinod Fahrensodde zeichne sich eine tolle Entwicklung ab, die es für alle Flensburger schöner, zugänglicher und attraktiver mache. Und die vom Land geförderte Wasserpromenade im Flensburger Norden werde ab Frühjahr 2014 gebaut. Und auf einer der attraktivsten Flächen Flensburgs zwischen Hafenspitze und Hafendamm könnte dieses Jahr ein Flaggschiff-Hotel beschlossen werden: „2013 sollten wir genau hier über unsere Schatten springen.“ Ob es auch am Harniskai irgendwann fliegende Boote geben könnte? Das wollte Faber lieber nicht versprechen.
Das wäre allerdings bestimmt etwas für Flensburgs jüngsten Gast beim Neujahrsempfang gewesen. Doch ob Temme mittlerweile nicht doch eingeschlafen war, ließ sich nicht mehr herausfinden.
Carlo Jolly
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