Wyker Dampfschiffs-Reederei : Ab Dienstagmorgen wird gearbeitet

Um 22.15 Uhr machte das WDR-Flaggschiff am Anleger 1 fest.  Foto: kölschbach
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Um 22.15 Uhr machte das WDR-Flaggschiff am Anleger 1 fest. Foto: kölschbach

"Schleswig-Holstein" früher als erwartet eingetroffen - neue Fähre nimmt nächste Woche den Dienst auf

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17. Dezember 2011, 07:59 Uhr

Wyk | "Das neue Schiff könnte gar nicht besser fahren", schwärmte Kapitän Christ Tholund nach der Ankunft der "Schleswig-Holstein" in Wyk. Und tatsächlich: Anstatt der veranschlagten zehn Sunden benötigte die neue Fähre der Wyker Dampfschiffs-Reederei (WDR) für die Strecke von der Elbmündung bis nach Föhr gerade mal sieben Stunden - und das, obwohl sie die ganze Zeit gegen den Ebbstrom anfuhr.

Bereits gegen 22.15 Uhr traf die "Schleswig-Holstein" am Donnerstagabend in Wyk ein und trotz der späten Stunde wurde ihr ein "großer Bahnhof" bereitet. Die Schiffssirene der "Hilligenlei" begrüßte die "große Schwester" und neben WDR-Mitarbeitern waren auch viele andere Insulaner zum Hafen gekommen, um dabei zu sein, wenn das neue WDR-Flaggschiff zum ersten Mal in Wyk festmacht.

Offenbar hatten viele Föhrer im Internet den Weg der "Schleswig-Holstein" verfolgt und einige hatten sich am Nachmittag kurzfristig Gedanken gemacht, ob sie womöglich vom richtigen Kurs abgekommen war. Denn kaum hatte die Fähre die Nordsee erreicht, fuhr sie immer weiter aufs offene Meer hinaus, anstatt nach rechts, Richtung nordfriesische Inseln, abzubiegen. "Ich hatte schon Angst, das was passiert ist", gestand abends Heike Tholund, die Frau des Kapitäns, während andere Föhrer mutmaßten, ob die Besatzung sich nach England absetzen oder auf Helgoland Weihnachtseinkäufe machen wolle. Doch Tholund und sein Kollege Andreas Kruse hatten nur die sicherste Route gewählt und nahmen dann vor Helgoland direkten Kurs in Richtung Heimat.

Dort gab es für die am Anleger 1 Wartenden spontan ein "Open Ship", konnte die neue Fähre besichtigt werden, während WDR-Geschäftsführer Axel Meynköhn im Salon für seine Mitarbeiter ein Begrüßungs-Bier ausgab. "Normalerweise bin ich ja nicht gerührt, wenn eine Fähre in den Hafen einläuft", gestand Meynköhn, dass die Ankunft des zweiten Neubaus innerhalb von eineinhalb Jahren für ihn doch ein "bewegender Moment" gewesen sei.

Am letzten Freitag dieses Jahres, am 30. Dezember, soll die neue WDR-Fähre im Wyker Hafen getauft werden. Seinen Dienst aufnehmen muss das Schiff, dass rund 17 Millionen Euro gekostet hat, aber schon vorher. "Die muss jetzt erst mal Geld verdienen", so Axel Meynköhn.

Am kommenden Dienstag, 20. Dezember, wird die neue "Schleswig-Holstein" sich deshalb um 6.10 Uhr zum ersten Mal mit Passagieren und Autos an Bord auf den Weg nach Dagebüll machen.

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