A4 in neuer Frische

Mehr Chromschmuck für das Cockpit.
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Mehr Chromschmuck für das Cockpit.

Audi hat seinen Bestseller umfangreich überarbeitet

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17. Dezember 2011, 03:59 Uhr

mittelklasse | Einst als Audi 80 gestartet - typisches Gefährt für den Fahrer mit Hut -, hat sich der Audi A4 längst zum hochgerüsteten Dynamiker gemausert. Das hat sich gelohnt. Zehn Millionen Exemplare des Ingolstädter Bestsellers sind seit 1972 vom Band gelaufen. Der aktuell achten A4-Generation bleiben noch etwa drei Jahre, die ab Ende Januar 2012 in neuer Frische angegangen werden. Limousine, Avant, Allroad und S4 wurden umfangreich verfeinert. Die Preisliste beginnt zunächst bei 29 900 Euro, etwas später folgt ein Basismodell ab 27 500 Euro. Die Kombiversion Avant kostet jeweils 1650 Euro Aufpreis.

Äußerlich gabs nur dezente Retuschen, der bisherige A4 soll ja nicht alt aussehen. Erkennbar ist der Neue aber schon: Der Kühlergrill ist an den oberen Ecken angeschrägt, die vier Ringe treten dreidimensional hervor. Die Scheinwerfer werden schmaler und von einer leichten Welle an der Unterkante verziert.

Das Interieur wurde verfeinert und näher an A6 und A8 herangerückt. Chromspangen an den Bedienelementen, neu gestaltete Hebel an der Lenksäule sowie neue Farben und Materialien sind die wesentlichen Änderungen. Das Infotainment-System MMI kommt nun mit weniger Knöpfen zwecks leichterer Bedienbarkeit aus. Auch die Funktionen von Klimaanlage, des Fahrdynamiksystems Audi drive select und des Multifunktionslenkrads sollen sich leichter erschließen. Kaum noch überschaubar ist das weiter gewachsene Angebot an Motor-Getriebe-Varianten mit Front- oder quattro-Antrieb. Zunächst fünf, später sieben TDI-Diesel und vier Benziner stehen zur Wahl. Leistung und Drehmoment wurden über die gesamte Palette gesteigert - bei gleichzeitiger Reduzierung des Verbrauchs um bis zu 18 Prozent. Start-Stopp, Bremskraft-Rekuperation, ein neues Thermomanagement und verringerte innere Reibung verbessern die Effizienz bei der Nutzung des Kraftstoffs. Dazu spart allein die neue elektromechanische Lenkung 0,3 Liter auf 100 km. Für die Kraftübertragung bietet Audi Sechsgang-Schaltbox, Multitronic-Automatik oder das S-Tronic-Doppelkupplungsgetriebe an.

Besonders attraktiv in der Kombination aus Vernunft und Fahrspaß erscheint uns der 2,0-Liter-Diesel mit 177 PS und üppigen 380 Nm Drehmoment - ein Alleskönner. Der Vierzylinder ist als Selbstzünder akustisch kaum zu identifizieren, geschmeidig im Lauf und recht temperantvoll. Mit 4,6 Litern Normverbrauch liefert er ebenfalls einen beeindruckenden Wert. Neu bei den Benzinern ist der 1,8-Liter-TFSI mit 170 PS, der sich mit 5,6 Litern im Normzyklus begnügt. Er verblüfft mit einem enormen Antritt, Drehfreude und geräuscharmer Verrichtung. Erstaunlich, wie es Audi gelingt, bei den Fronttrieblern die Antriebseinflüsse auf die Lenkung nahezu zu neutralisieren. Sie arbeitet überaus leichtgängig, ein wenig mehr Feedback wäre aber auch nicht schlecht.

Den Wunsch nach noch mehr Power bedienen die großen V6-TDI (204 und 245 PS) oder gar der 333-PS-Benziner. Letzterer verwandelt den A4 in einen S4 und damit in eine aggressive Fahrmaschine, die nach einer schönen kurvenreichen Strecke giert. So ein Spaß kostet aber satte 56 550 Euro. Mindestens, denn alle A4/S4 lassen sich mittels einer ellenlangen Aufpreisliste locker in schwindelerregende Höhen treiben. Den neuen Müdigkeitswarner spendiert Audi noch serienmäßig, für weitere Hilfen wie Spurwechselassistent, aktiver Spurwarner mit Lenkeingriff oder radarbasierter Abstandhalter mit Notbremsfunktion bis 30 km/h wird zugelangt. Verlockend sind auch Features wie die Navi-Darstellung auf Google-Earth-Bildern, Sonderzielsuche via Google, WLAN für acht Endgeräte und ein besonders präziser Verkehrsinfodienst.

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