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Türkische Hauptstadt : 34 Tote bei Explosion im Zentrum von Ankara

vom
Aus der Onlineredaktion

Zum zweiten Mal in weniger als einem Monat wird die türkische Hauptstadt Ankara von einem schweren Anschlag erschüttert. Wieder detoniert eine Autobombe - diesmal an einer belebten Bushaltestelle.

shz.de von
erstellt am 13.Mär.2016 | 18:49 Uhr

Ankara | Bei einem erneuten Autobomben-Anschlag im Zentrum der türkischen Hauptstadt Ankara sind mindestens 34 Menschen getötet worden. 125 Menschen seien bei der Detonation am Sonntagabend verletzt worden, meldete der Sender CNN Türk unter Berufung auf den Gouverneur von Ankara. Erst vor knapp einem Monat hatte in Ankara ein Selbstmordattentäter einer militanten kurdischen Gruppe 29 Menschen mit in den Tod gerissen. Zu dem Anschlag vom Sonntag bekannte sich zunächst niemand.

In der Türkei kommt es immer wieder zu Anschlägen. Erst im Februar sterben bei einem Bombenanschlag auf einen Militärkonvoi im Regierungsviertel von Ankara 30 Menschen, darunter der Selbstmordattentäter.
<p>Feuerwehrleute beim Einsatz an einer Bushaltestelle.</p>

Feuerwehrleute beim Einsatz an einer Bushaltestelle.

Foto: dpa

Die Explosion ereignete sich am zentralen Kizilay-Platzes in der Nähe einer belebten Bushaltestelle. Das dürfte darauf hindeuten, dass unter den Opfern viele Zivilisten sind. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie zahlreiche Krankenwagen zum Anschlagsort eilten. Auf Fotos vom Unglücksort war auch ein ausgebrannter Bus zu sehen.

Die US-Botschaft hatte erst am Freitag vor einem drohenden Anschlag in einem Viertel in der Nähe von Kizilay gewarnt. Die Botschaft hatte Amerikaner dazu aufgerufen, die Gegend zu meiden. Die türkische Regierung verhängte am Sonntagabend eine Nachrichtensperre über den Anschlag, die aber nicht offizielle Verlautbarungen betrifft.

Am 17. Februar war es zuletzt zu einem schweren Anschlag in Ankara gekommen. Der Selbstmordattentäter hatte sich am 17. Februar in einem Auto neben Bussen mit Armeeangehörigen in die Luft gesprengt.

Zu dieser Tat bekannte sich die aus der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK hervorgegangene Splittergruppe Freiheitsfalken Kurdistans (TAK). Die TAK hatte zugleich gedroht: „Unser Rachefeldzug gegen den faschistischen türkischen Staat wird weitergehen.“ Zugleich kündigte die TAK damals Anschläge auch in Touristengebieten an und warnte Urlauber davor, in die Türkei zu reisen.

Am 12. Januar hatte sich in Istanbul ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt, zwölf deutsche Touristen kamen dabei ums Leben. Diese Tat wurde der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zugeschrieben.

Tödliche Anschläge in der Türkei – eine Chronologie

Februar 2016: Bei einem Bombenanschlag auf einen Militärkonvoi im Regierungsviertel von Ankara sterben 30 Menschen, darunter der Selbstmordattentäter. Später bekennt sich die aus der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK hervorgegangene militante Splittergruppe Freiheitsfalken Kurdistans (TAK) zu der Tat. Die türkische Regierung macht die PKK und ihren syrischen Ableger YPG für den Anschlag mitverantwortlich.

Januar 2016: Bei einem Anschlag im historischen Zentrum Istanbuls werden zwölf Deutsche getötet. Der Angreifer sprengt sich mitten in einer deutschen Reisegruppe in der Umgebung der Hagia Sophia und der Blauen Moschee in die Luft. Der Attentäter gehörte nach Angaben der türkische Regierung der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) an.

Oktober 2015: Am Rande einer regierungskritischen Demonstration in der Hauptstadt Ankara reißen zwei Sprengsätze mehr als 100 Menschen in den Tod. Die Staatsanwaltschaft macht die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verantwortlich.

September 2015: Bei einem Bombenanschlag in Igdir in der Osttürkei werden zwölf Polizeibeamte getötet. Zuvor starben bei einem Angriff der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK und Gefechten im südosttürkischen Daglica in der Provinz Hakkari 16 Soldaten.

August 2015: Bei einem Bombenanschlag und einem anschließenden Angriff auf eine Polizeiwache in der Millionenmetropole Istanbul werden mindestens vier Menschen getötet. Zwei Frauen greifen zudem das US-Konsulat an, eine wird festgenommen. Sie soll Mitglied der linksextremen Terrororganisation DHKP-C sein.

Juli 2015: Im südtürkischen Grenzort Suruc reißt ein Selbstmordattentäter 33 pro-kurdische Aktivisten mit in den Tod. Die Behörden machen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verantwortlich, die sich allerdings nie zu der Tat bekennt.

Juni 2015: Zwei Tage vor der türkischen Parlamentswahl verüben Unbekannte in der südosttürkischen Kurden-Metropole Diyarbakir einen Sprengstoffanschlag auf eine Veranstaltung der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP. Mindestens vier Menschen sterben.

Mai 2013: Bei der Explosion zweier Autobomben in der Grenzstadt Reyhanli werden mehr als 50 Menschen getötet. Die Regierung beschuldigt türkische Linksextremisten mit Kontakten zum Regime im benachbarten Syrien.

September 2011: Drei Menschen sterben in der türkischen Hauptstadt Ankara, als im Regierungsviertel eine Bombe explodiert. Eine Splittergruppe der PKK bekennt sich zur Tat.

 
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