Neue Energie : Zu viel Wind: Offshore-Park erst 2009

Ausgerechnet der Wind verzögert den Baubeginn für den ersten deutschen Windpark auf hoher See. Sechs von zwölf Anlagen hätten dieses Jahr bereits aufgestellt werden sollen.

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07. September 2008, 04:03 Uhr

Die ersten sechs Windenergieanlagen im geplanten Offshore-Testfeld 45 Kilometer nördlich von Borkum werden voraussichtlich erst im Frühjahr 2009 aufgestellt, teilt die Betreibergesellschaft alpha ventus mit. Grund sei das anhaltend schlechte Wetter. Es verzögere sowohl den Bau der Fundamente als auch das Verlegen der Seekabel in dem Windpark. Ursprünglich sollten in diesem Jahr bereits die ersten sechs von insgesamt 12 Windrädern mit einer Leistung von jeweils fünf Megawatt installiert werden.
Seit Anfang August stehen die ersten drei Fundamente für die knapp 180 Meter hohen Windkraftanlagen bereit. Die jeweils rund 700 Tonnen schweren Stahlkonstruktionen konnten jedoch bislang nicht am geplanten Standort installiert werden, weil das Wetter seit Mitte August zu schlecht ist.
Vorbereitungen an Land gehen weiter
Nach Angaben der Betreibergesellschaft stoppten Wind und Wellen damit auch das Vorhaben, die Stromkabel zwischen den künftigen Positionen der Windkraftanlagen zu verlegen. Wann die Fundamente und die Kabel in der Nordsee versenkt werden können, ist den Angaben zufolge noch nicht abzusehen. An Land gingen die Vorbereitungen jedoch ungehindert wie geplant weiter.
Hinter dem Test-Windpark stehen die Energiekonzerne e.on, Vattenfall und EWE. Sie wollen mit den 12 Versuchsanlagen Erfahrungen für die Bau von Windparks mit insgesamt mehreren 100 Windrädern sammeln. Die 12 Windräder werden derzeit in Bremerhaven gebaut.
Zu Beginn der Offshore-Planungen war die Windkraft-Branche davon ausgegangen, bereits 2006 die ersten kommerziellen Windparks auf hoher See in Betrieb zu nehmen. Bislang gibt es diese Parks aber nur als genehmigte Standorte auf dem Papier.

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