Steigender Alkoholkonsum : Bier oder Wein – was macht dicker und was ist gesünder?

Bier oder Wein – was sagt Ihnen mehr zu?
Bier oder Wein – was sagt Ihnen mehr zu?

Bier oder Wein – das ist die große Frage. Welches Getränk ist das gesündere?

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04. März 2021, 15:38 Uhr

Berlin | Bier auf Wein, das lass sein. Wein auf Bier, das rat' ich dir – dieser Mythos ist weit verbreitet. Doch was genau ist dran an dem Spruch über die empfohlene Trinkreihenfolge, um einen Kater am nächsten Tag zu vermeiden? Forscher der Universitäten von Cambridge und Witten/Herdecke sind der Sache auf den Grund gegangen. Hierzu wurden 90 Männer und Frauen im Alter zwischen 19 und 40 Jahren in Gruppen eingeteilt – die einen tranken Bier auf Wein, die anderen Wein auf Bier.

Das nüchterne Ergebnis: Einen Unterschied an der Stärke oder Häufigkeit des Katers gibt es nicht. So oder so – am nächsten Tag ging es keinem Teilnehmer sonderlich gut. Nun stellt sich also die Frage: Sollte man sich – wenn man schon trinkt – nur auf ein Getränk konzentrieren? Wir haben Wein und Bier unter die Lupe genommen und für Sie verglichen.

Weitere XL-Vergleiche finden Sie hier:

Herkunft

Bier entstand vor knapp 6000 Jahren in Mesopotamien eher durch einen Zufall: Ein Bäcker hatte den Brotteig zu lange in der Sonne liegen lassen, wodurch die Hefekulturen einen Gärprozess in Gang setzten. Die klebrige und zugleich berauschende Masse war der Vorläufer des heutigen Bieres. In der Folge entwickelten die Menschen die Bierkultur weiter und wussten, wie man den Teig umgeht und direkt ein Getränk herstellt.

In Klöstern wurde und wird Bier gebraut.
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In Klöstern wurde und wird Bier gebraut.

Deutlich älter ist sogar der Wein. Ab 8000 bis 6000 v. Chr. wussten die Menschen um die Vergärung von Weintrauben. Dieses Wissen machten sie sich zu Nutze, um Wein als wichtiges landwirtschaftliches Produkt mit ökonomischer, medizinischer, ritueller und sozialer Bedeutung zu etablieren. Nach aktuellem Wissensstand hat Wein seinen Ursprung im heutigen Georgien und Armenien.

Nährwerte

Nach dem deutschen Reinheitsgebot besteht Bier aus Hopfen, Malz, Hefe und Wasser. Daneben enthält Bier überraschend viele wertvolle Nährstoffe: Eisen, Calcium, Magnesium, Zink und B-Vitamine. Alkohol ist selbstverständlich.

In erster Linie besteht Wein aus Wasser – bis zu 85 Prozent. Natürlicher Zucker aus den Weintrauben, Säure und die Farb- und Gerbstoffe (Polyphenole) bilden den restlichen Anteil. Kalzium und Natrium finden sich in geringen Mengen im Wein wieder, höher ist der Anteil bei Kalium und Phosphor.

Was macht schneller betrunken?

Forscher der Universität von Texas ließen für ihre Studie 15 gesunde Männer Bier und Wein trinken. Die Wissenschaftler passten den gewünschten Alkoholgehalt an das Gewicht der Probanden an. Die Getränke mussten stets über denselben Zeitraum getrunken werden – jeweils 20 Minuten. Das Ergebnis: Wein sorgte schon nach 54 Minuten für einen höheren Alkoholgehalt im Blut. Ein Glas Bier sorgte erst nach 62 Minuten für eine höheren Alkoholgehalt. Ergo wird man laut dieser Studie durch Wein schneller betrunken.

Was macht dicker?

Bierbauch oder Weinwampe – egal welches Getränk, Alkohol ist für die Diät kein gutes Mittel. Ein Glas Bier (0,3) kommt auf 130 Kalorien, ein 0,2-Glas Wein bringt schon 138 Kalorien mit sich. Demnach gefährdet Wein die Figur also mehr als Bier. Allerdings zeigen diverse Studien, darunter auch die Studie des "Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke", dass regelmäßige Biertrinker eher zu einem Bauch neigen als Weintrinker.

Bekommt man vom regelmäßigen Biertrinken wirklich einen Bauch?
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Bekommt man vom regelmäßigen Biertrinken wirklich einen Bauch?

Wieso? Hier sind sich die Wissenschaftlern nicht einig. Eine Annahme: Bier wird im Vergleich zu Wein eher zu Mahlzeiten und als Durstlöscher getrunken als Wein. Das Getränk aus Hopfen, Malz, Hefe und Wasser wird also regelmäßiger als der gute Tropfen aus Weintrauben getrunken. Eine weitere Annahme ist der Effekt des Bieres auf den Appetit des Menschen. Nach Bierkonsum verlangt der Körper nicht selten nach deftigem Essen wie Bratwurst oder/und Pommes.

Was ist also besser für die Gesundheit?

Zunächst einmal ist eines Fakt: Weder Bier noch Wein fördern die Gesundheit. Ein tägliches Glas Wein am Tag soll das Risiko von Herzkrankheiten reduzieren, den Blutdruck senken und die Wahrscheinlichkeit, an Diabetes zu erkranken, unwahrscheinlicher machen. Polyphenole, wie sie in Wein enthalten sind, wirken entzündungshemmend und schützen den Körper vor freien Radikalen. Auch Bier enthält Antioxidantien und steuert ebenfalls einen entsprechenden gesundheitlichen Beitrag bei – allerdings ist der Anteil der Antioxidantien in Bier kleiner als der in Wein. Fazit: Wein ist – wenn man überhaupt von einem gesunden Beitrag sprechen kann – besser für die Gesundheit als Bier.

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