Gelting und Umgebung : Wohin mit dem ganzen Wasser?

Kehrseite des Dramas: ein Kind hat seinen Spaß. Foto: Dewanger
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Kehrseite des Dramas: ein Kind hat seinen Spaß. Foto: Dewanger

Nach erneuten Regenfällen sind neue Gebiete um Gelting überschwemmt. Und auch in dem kleinen Ort selbst spitzt sich die Lage wieder zu.

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11. September 2011, 12:50 Uhr

In Hürup, Grundhof, Sterup, Langballig und Steinbergkirche sind Einsätzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren seit 2 Uhr morgens am Donnerstag im Dauereinsatz mit Pumpen und langen Schlauchverbindungen, um das Regenwasser abzupumpen. Dabei müssen immer längere Leitungswege gelegt werden, damit die Wassermassen in andere Bereiche gepumpt werden können. Auf immer mehr Wiesen und Feldern kann das Wasser nicht mehr abfließen, in der Folge suchen die Wasserströme eigene Abflusswege.
Mehrere Kreis- u. Landesstraßen sind teilweise bis zu 60 Zentimeter hoch überflutet - dort geht es nur im Schritttempo voran. Eine Entspannung war nach Auskunft eines Feuerwehrsprechers am Donnerstag Vormittag noch nicht in Sicht - für den Nachmittag waren weitere Regenfälle angekündigt. Und es fielen gut 30 Millimeter Niederschlag, die die Pegel wieder ansteigen ließen. Erschwerend kam hinzu, dass der Wasserstand der Ostsee ebenfalls angestiegen ist. Aufgrund dieser Lage musste das Tor, in das die Au bei Gelting in die Ostsee mündet, geschlossen werden. Darüber konnte das abgepumpte Wasser nicht mehr ohne technische Hilfe abfließen. Das THW half mit einer 15.000 Liter Pumpe nach.
Großpumpe aus Holland soll helfen
Um dies zu beschleunigen wurde eine Großpumpe aus Holland geordert, die um ein vielfaches leistungsstärker ist. Bis zu 60.000 Liter pro Minute können dann gepumpt werden. Am Freitagmorgen traf sie gegen 7 Uhr ein. Nachdem Schlauchleitungen gelegt wurden, soll das acht Tonnen schwere Ungetüm mit einem Autokran ins Flussbett gehoben werden. Mit dieser zusätzlichen Pumpleistung und weiteren Pumpen des THW aus Niedersachsen und Brandenburg soll sich die Lage bis Samstag deutlich entspannen.
Land unter auch weiterhin auf dem Campingplatz Gammeldamm direkt an der Ostsee. Gut einen Meter steht das Wasser auf weiten Teilen des Platzes und hat dutzende Wohnwagen und Vorzelte geflutet. Der Schaden auch hier immens hoch und noch gar nicht genau zu beziffern.
Jugendfeuerwehr schützt Ausbildungszentrum
In unmittelbarer Nähe zu diesem Campingplatz war am Donnerstagnachmittag die Jugendfeuerwehr stundenlang im Einsatz. Da die Erwachsenen alle im Einsatz waren, war es die Aufgabe des Nachwuchses, ihr Ausbildungszentrum für die Ankunft weiterer THW-Kräfte herzurichten, die hier ihr Lager aufschlagen werden und übernachten sollen.
In der Geltinger Ortsmitte sinkt der Pegel indes weiter, rund 30 Zentimeter in zwei Tagen sind das Ergebnis der Hochleistungspumpen des THW. "Es hätten noch wesentlich mehr sein können, doch die starken Niederschläge vom Mittwochabend haben uns zurückgeworfen", so der stellvertretene Amtswehrführer Wolf-Dieter Feil. Es wird also noch dauern, bis die Bewohner des Süderholms den genauen Schaden an und in ihren Häusern begutachten können, noch immer sind dutzende Keller und Erdgeschosse voll.

Bürgermeister ruft zu Spenden auf
Viele Geltinger stehen jetzt praktisch vor dem Nichts. Bürgermeister Uwe Linde kann zumindest beim Wasserstand etwas Hoffnung geben: "Zunächst stieg der Pegel wieder leicht, doch wir haben die Pumpleistung erhöht. Nun sinkt das Wasser." Doch die Sorgen steigen. Viele Geltinger haben alles verloren - und keine Versicherung zahlt. Die meisten betroffenen Haushalte sind gegen die Elementarschäden nicht ausreichend versichert. Bürgermeister Linde kennt die Not, und rief spontan zu einer Spendenaktion auf.

Geldspenden sind unter dem Stichwort "Hochwasser" auf das Konto der Amstkasse Gelting unter der Kontonummer: 230 000 16 - Bankleitzahl 217 500 00 bei der Nord-Ostsee-Sparkasse erwünscht.
Sachspenden können bei der Firma Stauch in Gelting angeliefert werden
oder zur Abholung unter der Telefonnummer 04643-183211 gemeldet werden.

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