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Internationale Raumstation : Zweite Mission auf der ISS: Alexander Gerst wird erster deutscher Kommandant

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In zwei Jahren wird der deutsche Astronaut Alexander Gerst zum zweiten Mal auf der ISS leben. Als Kommandant wird er auf der internationalen Raumstation viel Verantwortung übernehmen.

shz.de von
erstellt am 18.Mai.2016 | 16:49 Uhr

Köln | Der deutsche Astronaut Alexander Gerst kehrt zurück in den Weltraum. Das gab am Mittwoch der Direktor der Europäischen Weltraumagentur (Esa) Johann Wörner in Köln bekannt. In zwei Jahren soll er für sechs Monate auf der Internationalen Raumstation ISS leben. Sie kreist in etwa 400 Kilometern Höhe um die Erde.

Alexander Gerst wird der vierte Deutsche mit mindestens zwei Raumflügen sein. Deutscher Rekordhalter ist Ulf Merbold, der zwischen 1983 und 1994 dreimal im Erdorbit arbeitete. Insgesamt waren bisher elf Männer aus Deutschland im All, allerdings noch keine Frau.

Für Alexander Gerst wird es sein zweiter Besuch auf der ISS sein. Er war vor etwa zwei Jahren schon mal für fast sechs Monate dort. In seiner neuen Mission wird Gerst nun eine besondere Aufgabe übernehmen. „Alexander wird für etwa drei Monate der Kommandant der Besatzung sein“, berichtet Jules Grandsire vom Europäischen Astronautenzentrum in Köln. Das war vorher noch nie ein Deutscher. „Der Kommandant ist so etwas wie der Kapitän auf einem Schiff“, erklärt Jules Grandsire. „Er soll dafür sorgen, dass die Mannschaft sich gut fühlt und alle ihre Arbeit machen können.“ Auf der ISS leben immer sechs Raumfahrer. Sie machen wissenschaftliche Experimente. „Schon vor der Mission sorgt der Kommandant dafür, dass die Raumfahrer sich gut kennenlernen“, erklärt der Experte. „Sie sollen Respekt füreinander entwickeln und sich anfreunden.“

Während der Mission muss der Kommandant auf bestimmte Dinge achten. „Die Raumfahrer leben in der ISS auf engstem Raum zusammen und haben viel Arbeit. Sie sind weit weg von ihren Familien. Da kann es auch mal zu Reibungen zwischen den Astronauten kommen. Falls es Konflikte gibt, muss der Kommandant sie früh erkennen und entschärfen.“ Der Kommandant könnte etwa sagen: Ich möchte, dass wir jeden Tag ein Mal zusammen essen. So könnte er das Miteinander an Bord fördern.

Um Kommandant zu werden, ist es wichtig, viel Erfahrung als Raumfahrer zu haben. Die hat Alexander Gerst. „Im Notfall ist der Kommandant verantwortlich für das, was auf der Raumstation passiert.“ Wenn alles normal läuft, haben Experten auf der Erde die Verantwortung. „Aber wenn es zum Beispiel ein Feuer gibt auf der ISS, dann entscheidet der Kommandant.“

Am Mittwoch hat Alexander Gerst Bundeskanzlerin Angela Merkel im Europäischen Astronautenzentrum des ESA empfangen: 

Auf seinen Reisen können Weltraum-Fans die Erlebnisse des Astronauten auf Twitter verfolgen. Hier postet Gerst immer wieder beeindruckende Bilder aus dem Weltraum:

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