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Wachswürmer gegen Polyethylen : Problemmüll im Meer: Würmer fressen Plastiktüten

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Plastiktüten zersetzen sich erst in Jahrhunderten. Das könnte sich nun auf zwölf Stunden verkürzen.

Plastiktüten sind ein großes Umweltproblem. Sie verseuchen Böden und Meere, weil das Material, Polyethylen, nur sehr schwer abbaubar ist. Laut WWF dauert es bis zu 400 Jahre, bis sich das Plastik völlig zersetzt. Dank der Entdeckung dreier Wissenschaftler könnte sich das auf zwölf Stunden verkürzen - mithilfe einer Mottenlarve.

Würmer der Gattung Achroia grisella sind bekannt dafür, sich durch Bienenwachs zu fressen. Deshalb werden sie auch als Wachswürmer bezeichnet. Federica Bertocchini ist Wissenschaftlerin am Institut für Biomedizin und Biotechnologie in Cantabria in Nordspanien und gleichzeitig Hobby-Imkerin. Als sie die Würmer von einem Bienenstock entfernte und in eine Plastiktüte steckte, bemerkte sie, dass sich die Würmer aus der Tüte herausfraßen.

Ihre Forschungen ergaben, dass die Würmer in der Lage sind, dass schwer zersetzbare Polyehylen in Ethylenglycol umzuwandeln. Der Stoff wird etwa in Motoren als Frostschutzmittel verwendet. Am Montag veröffentlichte sie gemeinsam mit Paolo Bombelli und Christopher J. Howe, beide von der Universität Cambridge, ihre Ergebnisse im Fachmagazin Current Biology.

„In vielen Experimenten haben wir die Fähigkeit der Würmer beim Abbau von Polyethylen getestet. 100 Wachswürmer sind in der Lage, 92 Milligramm Polyethyln in zwölf Stunden abzubauen, was sehr schnell ist“, zitiert sie die Wissenschafts-Website EurekAlert.

Nach der Larvenphase spinnt sich der Wurm in einen Kokon ein. Allein durch den Kontakt mit den Fäden baut sich Polyethylen ab, fanden die Wissenschaftler ebenfalls heraus. Warum das so ist, haben sie noch nicht endgültig geklärt. Sie vermuten ein Enzym, das den Würmern auch dabei hilft, Bienenwachs zu verdauen, das chemisch dem Plastiktütenmaterial sehr ähnlich sei.

Die Wissenschaftler wollen nun dieses Enzym isolieren und künstlich im Industriemaßstab herstellen. „So können wir damit anfangen, dieses hoch widerstandsfähige Material (Polyethylen) zu zerstören“, sagt Bertocchini.

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erstellt am 25.Apr.2017 | 11:25 Uhr

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