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Außerirdisches Leben : Nasa findet Hinweise für mögliches Leben auf Saturn-Mond Enceladus

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Die Raumsonde Cassini hat Hinweise auf hydrothermale Quellen im Ozean unter dem Eismantel gefunden. Sie könnten Energie für Leben liefern.

shz.de von
erstellt am 13.Apr.2017 | 16:26 Uhr

Washington | Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat am Donnerstagabend auf einer Pressekonferenz neue Entdeckungen veröffentlicht. Die neuen Ergebnisse haben die Raumsonde Cassini und das Hubble-Teleskop gewonnen. Unter dem Eismantel von Saturn-Mond Enceladus liegt ein Ozean. Daten von Cassini lassen nun Rückschlüsse auf hydrothermale Quellen in der Tiefe zu.

Ozeane prägen das Leben auf der Erde und sind für die Entstehung von Leben auf der Erde maßgeblich verantwortlich. Die Nasa sucht daher nach Ozeanen auf anderen Planeten in unserem Sonnensystem und darüber hinaus.

Enceladus besteht aus Eis und einem darunter verborgenen Ozean. In der Tiefe könnte Leben möglich sein.
Enceladus besteht aus Eis und einem darunter verborgenen Ozean. In der Tiefe könnte Leben möglich sein. Foto: Nasa
 

Schon lange wird vermutet, dass unter dem Eispanzer ein verborgener Ozean liegt. Aus dem Eispanzer schießen regelmäßig Fontänen aus Dampf und Eiskristallen. Cassini beobachtet seit 2004 im Saturn-System den Mond aus Eis und Gestein. Vor zwei Jahren flog Cassini durch eine dieser Fontänen. Das Gemisch enthält molekularen Wasserstoff. Die einizge Quelle für das Gas ist laut den Wissenschaftlern eine hydrothermale Reaktion zwischen heißem Felsgestein und dem Wasser des Ozeans. Wärme und Wasser könnten die Entstehung von Leben begünstigen. Mikroben oder primitive Kleintiere könnten daher den Ozean auf dem Saturn-Mond bewohnen. Dies müssten künftige Missionen bestätigen, so die Wissenschaftler

 

Die Konferenz wird live im Nasa-Fernsehen und auf der Nasa-Webseite übertragen. Über den Hashtag #AskNASA werden auch Fragen von Bürgern beantwortet.

Bei der Pressekonferenz geht es auch um die zukünftige Weltraumforschung nach außerirdischem Leben und die Europa-Clipper-Mission, die in den 2020er Jahren starten soll. Dabei soll der Jupiter-Mond Europa weiter auf Habitabilität untersucht werden.

Fakten über das Wasser auf der Erde:

  • 71 Prozent der Erdoberfläche ist von Wasser bedeckt
  • Die auf der Erde vorhandene Wassermenge beträgt etwa 1,386 Milliarden km3.
  • 96,5 Prozent des Wassers auf der Erde ist Ozean-Wasser
  • Nur drei Prozent des Wassers ist Trinkwasser
  • Zwei Drittel des Frischwassers befindet sich in gefrorenem Zustand (Gletscher, Polkappen)

Was ist Habitabilität?

Laut Definition des Instituts für Planetenforschung (DLR) gilt ein Planet als habitabel (bewohnbar), wenn auf ihm Leben über einen längeren Zeitraum hinweg aufrecht erhalten werden kann. Ein solcher Planet muss drei grundlegende Voraussetzungen erfüllen:

1. Es muss genügend Energie für den Stoffwechsel und die Reproduktion der Lebewesen geben.

2. Leben beruht auf flüssigem Wasser oder anderen Flüssigkeiten.

3. Grundlage für Leben, wie wir es kennen, bildet Kohlenstoff. Ungewiss ist, ob andere Elemente den Grundbaustein von Leben bilden können.

Fest steht: Umkreist ein Planet seinen Stern zu nah, würde das Wasser auf der Oberfläche verdampfen, bei weiter entfernten Planeten würde es gefrieren. Bei heißeren Sternen befindet sich die habitable Zone weiter entfernt als bei kühleren Sternen.

Allein in unserem Sonnensystem könnten viele Ozeane verborgen sein

Auf der Venus gab es früher vermutlich mal Ozeane. Da unserem Nachbarplaneten allerdings ein starkes Magnetfeld fehlt, sorgte ein Treibhauseffekt dafür, dass die steigenden Temperaturen das Wasser zum Kochen brachten. Solarwinde wehten den Wasserdampf ins All.

Auch der Mars soll früher erdähnlich gewesen sein – mit einer dicken Atmosphäre und Ozeanen. Vor Milliarden von Jahren verlor der Mars dann sein schützendes Magnetfeld, wodurch der Planet durch Solarwinde und Weltraumwetter verwundbar wurde. Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Mars seither rund 87 Prozent seines Wassers verloren hat.

Auch unter der Eiskruste des Jupiter-Mondes Europa wird ein Salz-Ozean vermutet. Jupiter sorgt durch eine sogenannte „Gezeitenheizung“ dafür, dass Europas Meer flüssig bleibt. Auch der Jupiter-Mond Ganymede, der ein eigenes Magnetfeld besitzt, soll einen unterirdischen Ozean besitzen. Der größte Mond unseres Sonnensystems könnte mehrere Eis- und Wasserschichten zwischen Hülle und Kern haben. Und Jupiter-Mond Callisto hat eine rund 200 Kilometer dicke Eisschicht auf der Oberfläche. Darunter wird ein Ozean vermutet.

Auch auf dem Saturn-Mond Titan soll ein Ozean 50 Kilometer unter einer dicken Eisschicht verborgen sein.

Der Neptun-Mond Triton gibt es Vermutungen, dass ein Ozean unter der Oberfläche existiert. Auch auf dem Zwergplaneten Pluto wird Wasser vermutet. Mysteriöse Linien könnten ein Hinweis auf unterirdische Wassermassen sein.

Und in anderen Sonnensystemen?

„Hat-P-11b“ ist in etwa so groß wie Neptun und der kleinste Exoplanet mit Wasserdampf in der Atmosphäre. Er ist 120 Lichtjahre entfernt im Sternbild Schwan (Cygnus). Bekannter ist „Kepler-22b“. Er ist der erste entdeckte Planet, der sich in einer habitablen Zone befindet. Dort könnte Wasser auf der Oberfläche existieren. 2,4 Mal größer als die Erde wird er auch als „Super-Erde“ bezeichnet. Woraus er besteht, ist noch unbekannt. Er ist 600 Lichtjahre von der Erde entfernt.

Auch „Kepler-452b“ ist ein erdähnlicher Planet in einer habitablen Zone. Er wurde am 23. Juli 2015 entdeckt. Er kreist um einen sonnenähnlichen Stern, der 1400 Lichtjahre von unserer Sonne entfernt. Weitere entdeckte Exoplaneten sind „Kepler-62f“ und „Kepler-62e“. Auf beiden könnte erdähnliches Leben möglich sein.

Weitere Informationen zu „Ocean Worlds“ gibt es auf einer Themenseite der Nasa.

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