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Extremwetterkongress Hamburg : Mojib Latif: "Klimareport ist deutliches Signal an die Welt"

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Laut Bericht des Weltklimarats steigt der Meeresspiegel schneller als angenommen und die Eisschmelze hat sich weiter beschleunigt. Politik und Wirtschaft müssen handeln, sagt Klimaforscher Mojib Latif.

Hamburg | Der am Freitag in Stockholm veröffentlichte Weltklimareport ist aus Sicht des Kieler Forschers Mojib Latif „ein ganz deutliches Signal an die Welt“. Der neue Bericht zeige, dass der Klimawandel nicht vorbei sei, sondern unvermindert fortschreite, sagte der Professor vom Geomar-Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung am Freitag beim Abschluss des 8. Extremwetterkongresses in Hamburg. „Es gibt einen großen politischen Handlungsbedarf, sich endlich auf den Klimakonferenzen zu einigen.“ 

Die internationale Staatengemeinschaft hatte sich die Begrenzung der Erderwärmung auf zwei Grad als Ziel gesetzt. Der nun präsentierte erste Teil des fünften Berichts des Weltklimarates IPCC zeige, dass dies mit engagiertem weltweiten Klimaschutz theoretisch noch möglich sei, betonte Latif. „Ob das praktisch dann wirklich seine Umsetzung erfährt, wage ich mal zu bezweifeln.“ Die Herausforderung an Politik und Wirtschaft sei groß. „Die größte Unsicherheit in der zukünftigen Klimaentwicklung ist der Mensch.“ 

Nach Angaben von Professor Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung zeigt der neue IPCC-Report: „Die Erwärmung geht weiter.“ Ein großer Teil davon werde irreversibel sein. „Die letzten 30 Jahre waren wahrscheinlich die wärmsten seit mindestens 1400 Jahren.“ Die am Freitag präsentierten Kernthesen machten deutlich, dass „wir tatsächlich noch weniger Zeit haben als gedacht“. „Die Entwicklung geht noch rascher voran in manchen Aspekten - was Meeresspiegel oder Eisverlust angeht - als im letzten Bericht befürchtet.“ 

Laut Wissenschaftler Latif ist die vorübergehende Stagnation der globalen Temperatur nichts Überraschendes und nicht mehr als eine Atempause. Der Vizepräsident des Deutschen Wetterdienstes, Paul Becker, erklärte: „Machen wir weiter wie bisher, so zeigen die Modelle eine globale Erwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts um etwa vier Grad.“ Damit würde sich der Trend zu mehr Extremereignissen wie Hitzewellen weiter fortsetzen.

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erstellt am 27.Sep.2013 | 13:58 Uhr

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