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Meteorstrom im November : Leoniden 2017: Pro Stunde verglühen bis zu 20 Sternschnuppen über SH

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Bis zum 29. November ist das Himmelsspektakel zu beobachten. Aber ausgerechnet zum Höhepunkt in der Nacht zu Samstag kündigen sich Wolken an.

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erstellt am 13.Nov.2017 | 19:30 Uhr

Mitte November ist Leoniden-Zeit. Das heißt: Jeder sollte sich ein paar Wünsche zurecht legen, denn vom 12. bis zum 29. November leuchten wieder ungewöhnlich viele Sternenschnuppen am Himmel. „Für den Haupttag des Leonidenstroms, dem 18. November, ist eine Intensität von 20 Sternschnuppen pro Stunde vorausgesagt“, sagte Marco Ludwig, Leiter der vhs-Sternwarte Neumünster zu shz.de. „Am besten sieht man Sternschnuppen ab Mitternacht bis zur Morgendämmerung.“

Die Leoniden sind ein jährliches Sternschnuppen-Spektakel ähnlich wie die Bootiden (auch Quadrantiden genannt, 28. Dezember bis zum 12. Januar) oder die Perseiden (vom 9. bis 13. August). Dabei handelt es sich um Meteorströme.

Das steckt dahinter:

Was sind die Leoniden?

Die Leoniden sind eine Staubwolke, die von dem Kometen 55P/Temple-Tuttle stammt. 33 Jahre braucht er für eine Umrundung der Sonne und hinterlässt auf seiner Umlaufbahn eine Staub- und Gaswolke. Die Erde durchkreuzt diese Wolke jährlich um den 17. November. In dieser Zeit treten vermehrt Sternschnuppen auf und man kann die Leoniden in der Nacht zum 18. November besonders gut sehen.

Woher stammt der Name?

Ihren Namen haben die Leoniden vom Sternbild Löwe, aus dem sie zu kommen scheinen. Optisch gesehen kommen alle Sternschnuppen aus einem Punkt – dem Radiant. Der gleiche Effekt tritt bei der Fahrt durch ein Schneegestöber auf. Die weißen Flocken scheinen optisch alle aus einem Ursprung zu kommen und ziehen links, rechts, oben und unten an der Erde vorbei.

Wie viele Sternschuppen kann man sehen?

Das ist von Jahr zu Jahr unterschiedlich. 1966 kam es zu einem Meteorschauer. 2014 wurden bis zu 40 Meteore pro Sekunde registriert. Das entspricht einem Aufkommen von 144.000 Sternschnuppen pro Stunde.

Warum schwankt die Anzahl der Sternschnuppen?

Der Komet 55P/Temple-Tuttle benötigt 33 Jahre, um einmal um die Sonne zu gelangen. Wenn er der Sonne nahe kommt, verliert er kleinste Teilchen, die als Staubwolke in der gleichen Bahn schweben. Alle 33 Jahre durchkreuzt die Erde das Zentrum dieser frischen Staubwolke. Das Ergebnis ist ein starkes Aufkommen von Sternschnuppen.

Die Staubwolke ist der Schwerkraft der Sonne und der Planeten ausgesetzt und wird immer weiter auseinander getrieben. Aus diesem Grund nimmt das Aufkommen der Sternschnuppen rasch ab.

Der nächste große Meteorschauer durch die Leoniden soll laut Experten im Jahre 2032 zu erwarten sein.

Wie entstehen Sternschnuppen?

Sternschnuppen entstehen, wenn kleinste Teilchen in die Atmosphäre der Erde eintreten. Hierbei sieht man nicht das Staubteilchen, sondern die Luft drum herum, die durch die Reibungskraft erhitzt wird und dadurch leuchtet.

Wann kann man Sternschnuppen sehen?

Sternschnuppen können das ganze Jahr auftreten. Doch gibt es bestimmte Monate, an denen sie gehäuft vorkommen. In dieser Zeit durchkreuzt die Erde die Staubwolke eines Kometen.

Neben den Leoniden, aus dem Sternbild des Löwen, gibt es zum Beispiel noch die Perseiden aus Perseidon. Diese sind im August zu sehen. Der Januar hält die Quadrantiden aus dem Sternbild Bootes (zu Deutsch: Bärenhüter) bereit.

Wettervorhersage trübt Aussicht auf Leoniden

Auf die Sternschnuppen wird man sich verlassen können – nur das Wetter über Schleswig-Holstein könnte Sterneguckern einen Strich durch die Rechnung machen. Zwar sieht es für die Nächte bis zum Mittwoch noch gut aus, sagte Alina Voß, Diplommeteorologin von der Kieler Wetterwelt, „aber ab Mittwoch sind wir unter dem Einfluss eines Tiefdruckgebietes. Und das sorgt dafür, dass viele Wolken ins Land ziehen“.

Am Mittwoch werde es wahrscheinlich regnen und auch die Nächte bis zum Samstag – dem Höhepunkt der Leonidentätigkeit – versprechen wenig Erfolg für Sternengucker. „Die meiste Zeit wird es bewölkt sein. Kleinere Wolkenlücken sind aber nicht ausgeschlossen“, sagte Voß. Anfang kommender Woche sollen sich die Chancen jedoch wieder verbessern. „Dann zieht das Tief nach Osten ab und die Wahrscheinlichkeit für einen klaren Himmel ist wieder größer.“

Tipps zum Sternschnuppen-Zählen

Auf Wolken-Lücken hofft auch Sternwarten-Leiter Marco Ludwig: „Theoretisch werden die Sternschnuppen am ganzen Himmel zu sehen sein. Besonders gut kann man sie am 18. November aber in Richtung des Sternenbildes Löwe beobachten – also ab ein Uhr in Richtung Osten und Südosten.“ Wer sich trotz der trüben Wettervorhersage und den eisigen Temperaturen nachts herauswagt, um Sternenschnuppen zu sehen, sollte einen möglichst dunklen Ort wählen. „Die idealen Beobachtungbedingungen gibt es auf dem Land, wo kein störendes Licht ist, etwa von anderen Häusern“, so Ludwig. „Richtige Sternschnuppen-Fans nehmen sich Liegestühle und heißen Tee oder Kaffee mit.“

Und auch das Smartphone sollte in der Tasche bleiben. „Die Augen müssen sich an die Dunkelheit gewöhnen, damit man die Sternschnuppen am Himmel gut sehen kann.“ Diesen Effekt nennt man Hell-Dunkel-Adaption der Augen. Bis zu einer halben Stunde könne es dauern, bis die Augen an die Dunkelheit angepasst sind. „Wenn man zwischendurch auf das Smartphone guckt, müssen sich die Augen durch das helle Display wieder neu an die Dunkelheit gewöhnen“, erklärt Ludwig. Aber bei einer romantischen Sternschnuppen-Nacht sind Smartphones ohnehin fehl am Platz.

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