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Gesellschaft : Forscher: Linkshänder haben Vorteil im Tennis aber nicht im Schwimmen

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In einigen Sportarten haben Linkshänder bessere Chancen, erfolgreich zu sein. Das gelte vor allem bei Duellen, sagte Prof. Norbert Hagemann vom Institut für Sport und Sportwissenschaft der Universität Kassel in einem Interview der Nachrichtenagentur dpa.

Frage: Sie forschen zum Vorteil von Linkshändern im Sport. Gibt es den überhaupt?

Antwort: Ja. In der Bevölkerung gibt es etwa 10 Prozent Linkshänder, im Tischtennis oder beim Fechten sind es in der Weltspitze aber rund 30 Prozent. Das haben wir allerdings nicht in allen Sportarten beobachtet, sondern nur in interaktiven mit einem direkten Gegner, also zum Beispiel nicht beim Schwimmen.

Frage: Und woran liegt das?

Antwort: Wir haben uns mit der Wahrnehmung beschäftigt. In einem Duell muss man schnell reagieren, antizipieren. Zum Beispiel im Tennis: Probanden wurden Videos von gegnerischen Schlägen im Tennis gezeigt. Diese wurden vor dem Schlag angehalten, und die Teilnehmer mussten sagen, wohin der Ball geht. Bei einem linkshändigen Gegner wurde schlechter vorhergesagt, wohin der Ball geschlagen wird. Das ist ein Nachteil. Das haben wir unter anderem auch im Volleyball untersucht. Dazu kommt die Taktik: Wenn ich es gewohnt bin, gegen Rechtshänder zu spielen, muss ich mich gegen einen Linkshänder umstellen. Das gilt übrigens auch, wenn zwei Linkshänder gegeneinander spielen. Sowohl Links- als auch Rechtshänder haben Schwierigkeiten, eine Linkshänder-Aktion zu erahnen.

Frage: Ist es also einfacher für einen Linkshänder, in die Weltspitze zu kommen?

Antwort: Im Handball braucht man für bestimmte Positionen Linkshänder. Weil diese aber weniger verfügbar sind, schafft es ein Linkshänder wohl eher als ein Rechtshänder. Diese Vermutung basiert allerdings bislang auf Erfahrung und Alltagsbeobachtungen. Empirische Untersuchungen dazu stehen noch aus.

Frage: Welche Möglichkeiten gibt es, den Nachteil der Gegner von Linkshändern wettzumachen?

Antwort: Wenn man oft mit Linkshändern trainiert, kann man den Nachteil ausgleichen. In der Weltspitze trainieren die Spieler oft mit Sparringspartnern, die Linkshänder sind. Der Gegner sollte sich gut vorbereiten und seine Strategie anpassen. Das muss man vorher geübt haben. Der Vorteil eines Linkshänders kann durch Erfahrung kompensiert werden.

Institut für Sport und Sportwissenschaft der Universität Kassel

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erstellt am 19.Aug.2013 | 00:50 Uhr

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