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Amerikanische Zikadenart kann deutsche Weinstöcke bedrohen

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Veitshöchheim (dpa) - Deutsche Winzer fürchten sich vor einem nur wenige Millimeter großen Insekt - der amerikanischen Rebzikade. Denn das unscheinbare graubraune Tier kann enorme Schäden in den Weinbergen anrichten.

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erstellt am 28.Mai.2013 | 11:33 Uhr

Veitshöchheim (dpa) - Deutsche Winzer fürchten sich vor einem nur wenige Millimeter großen Insekt - der amerikanischen Rebzikade. Denn das unscheinbare graubraune Tier kann enorme Schäden in den Weinbergen anrichten.

«Die Zikade macht uns große Sorgen. Sie lebt in den Reben und überträgt eine Krankheit, die zum Stockabsterben führen könnte», sagte Peter Schwappach von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG). Das Insekt breite sich derzeit von Südeuropa immer weiter Richtung Deutschland aus. «Mittlerweile ist es schon in Österreich und südlich von Basel angekommen», so der LWG-Leiter des Sachgebietes Rebschutz. Er hoffe, dass die Zikade in diesem Jahr noch nicht einfliege.

Die Krankheit, die das Insekt in die deutschen Weinberge einschleppen könnte, nennt sich Goldgelbe Vergilbung. «Es gibt kein Gegenmittel gegen diese Bakterienkrankheit, die den ganzen Stock absterben lassen kann.» Die Winzer müssen komplett neu pflanzen. «Das geht mit argen Ertragseinbußen einher», ergänzte Peter Schwappach.

Das Tier könne nur durch den Einsatz von starkem Pflanzenschutzmittel bekämpft werden. «In Frankreich und Italien sind mittlerweile zwei bis drei Spritzungen im Jahr gegen die Amerikanische Rebzikade zwangsweise vorgeschrieben - mit Produkten, die wir hier gar nicht einsetzen wollen.» Denn diese Pestizide schadeten auch den Nützlingen im Weinberg.

Andere Zikaden wie die grüne Rebzikade gehören in Weinregionen zur natürlichen Fauna. Sie leben in den Reben und saugen an den Blättern. «Aber die bereiten uns wenig Probleme, weil die Landschaft kleinräumig ist und das Tier damit genügend natürliche Gegenspieler hat.» Das sei bei der Amerikanischen Rebzikade jedoch nicht der Fall - zumal sie diese dramatische Krankheit einschleppe.

Schwappach und seine Kollegen beobachten die Entwicklung der exotischen Rebzikade aufmerksam. «Seit zwei, drei Jahren suchen wir unsere Flächen immer wieder nach dem Tier ab und wir achten beim Import von Jungreben auf eine strenge Pflanzenhygiene.» Heißt, die Jungreben dürfen nicht aus einem bereits betroffenen Anbaugebiet nach Deutschland geholt werden.

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