Trend auf der Gamescom 2015 : Zocken per Smartphone – Raus aus dem Nischendasein

Zocken per Smartphone

Mit dem Smartphone können Spielehersteller neue Zielgruppen erschließen. Kombiniert mit einer VR-Brille eröffnen sich ganz neue Welten.

Handy-Spiele zählen zu den beliebsten Apps zum Herunterladen. Das war einer der Trends, den die Gamescom zutage förderte. Mit einem Besucherrekord ist die Computerspielemesse am Sonntag zu Ende gegangen.

shz.de von
10. August 2015, 11:34 Uhr

Computerspiele gewinnen dank Smartphones und Tablets neue Fans. Davon profitiert die Videospielbranche, wie die Spielemesse Gamescom in Köln in der vergangenen Woche zeigte. „Gaming wird immer mehr zu einem Gesellschaftsthema“, sagte Jens Kosche, Deutschland-Chef des Spieleverlags Electronic Arts (EA).

Handy-Spiele zählen zu den beliebsten Apps zum Herunterladen. Der iTunes-Store von Apple und Googles App-Plattform Google Play nähmen 75 Prozent ihrer Umsätze mit mobilen Spielen ein, sagte der Manager. „Das ist eine tolle Möglichkeit, neue Zielgruppen zu erschließen.“ Durch das Smartphone sei für viele Menschen eine technische Hürde zu den Spielen weggefallen, sagt auch Uwe Bassendowski, der bei Sony Computer Entertainment für die Länder Deutschland, Österreich und der Schweiz zuständig ist.

Marktanalysten hatten zuvor befürchtet, dass der wachsende Anteil an mobilen Spielen den klassischen Markt der PC- oder Konsolen-Spiele verdrängen werde. Davon könne keine Rede sein, sagte Kosche. Er hofft auf einen Werbeeffekt. „Wer ein Spiel einmal auf einem Smartphone erlebt hat, will das auch einmal am Fernseher probieren.“ Die über 50-Jährigen seien inzwischen eine der größten Zielgruppen für Electronic Arts.

Spiele-Apps auf mobilen Geräten wurden zuletzt immer mehr zum Trend. Auf diese Entwicklung wies auch der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) hin. Vor allem in Actionspiel-Apps böten Chancen, das Wachstum anzukurbeln.

Obwohl die Spiele-Apps neue Fans begeistern, liegen beim Umsatz die klassischen Konsolenspiele noch weit vorn. Der Verkauf von Spielen für die Konsolen sei vom Umsatz her immer noch der größte Markt, sagte EA-Deutschland-Chef Kosche. In Deutschland machten Konsolengames zwei Drittel des Umsatzes aus. Dem Verband BIU zufolge legte der Umsatz mit Konsolenspielen in der ersten Jahreshälfte im Vergleich zum Vorjahr um 16 Prozent zu. Insgesamt hätten Unternehmen demnach im ersten Halbjahr mit Spielen für PC, Konsole, Handheld, Tablet und Smartphone 534 Millionen Euro umgesetzt.

Neue Spiele für die Playstation 4 von Sony und die Xbox One von Microsoft standen auch auf der Gamescom im Mittelpunkt. Von Donnerstag bis gestern war die Messe auch für Privatbesucher geöffnet. Viele kamen verkleidet als Charaktere aus Videospielen. Rund 800 Unternehmen und 345.000 Besucher aus 96 Ländern waren diesmal dabei. Das waren 10.000 Besucher mehr als im Vorjahr.

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