Karrierenetzwerk : Xing-Nutzer(-innen) in der Gender-Falle

Business-Netzwerke wie Xing können ein Karrierebaustein sein - wenn man sie richtig nutzt.
Xing kann ein Karrierebaustein sein - doch nur, wenn man die Fehler der Portale kennt.

Der Suchalgorithmus des Karrierenetzwerks benachteiligt Frauen. Das Problem ist dem Unternehmen bekannt.

von
10. Mai 2017, 15:34 Uhr

Sind Männer erfolgreicher und kompetenter? So ganz generell – völlig unabhängig von individueller Ausbildung, persönlichen Talenten oder auch der Branche? Ich hoffe (und denke), nicht nur jede Frau wird als Antwort ein klares „Nein“ herausschreien. Doch wenn man im Karrierenetzwerk Xing auf die Suche nach Experten geht, bekommt man auch genau das: Experten. Nicht Expert(-innen).

Die Bloggerin Lisa Ringen hat das Problem im Suchalgorithmus der Seite erneut (!) ans Licht gebracht. Bereits 2015 und dann erneut im vergangenen September hatte die Bloggerin Irene Gronegger beschrieben, dass nur Nutzer, die in die Suchmaske explizit die weibliche Form einer Berufsbezeichnung eingeben, auch weibliche Fachkräfte angezeigt bekommen. Dann aber auch nur weibliche, die Männer bleiben außen vor. Aber wer durchsucht schon eine Berufsgruppe zweimal – einmal nach Männern und einmal nach Frauen? Insbesondere dann, wenn er nichts von dieser Gender-Falle weiß.

Unerklärlich ist hingegen, dass das Problem Xing demnach schon länger bekannt ist, und man anscheinend nichts geändert hat. Jeder Algorithmus ist nur so weitsichtig wie die Leute, die ihn geschaffen haben. Dabei kann es so schwer nicht sein, dem Programm beizubringen, dass unter dem Stichwort „Fotograf“ ebenso die Ergebnisse für „Fotografin“ angezeigt werden.

Ob Xing hier böswillig oder nachlässig handelt oder Opfer einer übereifrigen Gender-Idee wurde, ist unklar. Nach der Kritik hat man jedenfalls angekündigt, den Fehler schnell beheben zu wollen.  

Bis der Fehler ausgemerzt ist, müssen Frauen tricksen, um sich ins Spiel zu bringen: Neben dem Profilbild mit Frauengesicht steht dann „Fotograf“. Sieht vielleicht schräg aus, aber solange das „-in“ geschäftsschädigend ist...

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen