Breyers Netzwelt : Werbeblocker klug einsetzen

Werbeblocker bieten dem Nutzer Schutz. Doch für journalistische Angebote ist Werbung eine wichtige Erlösquelle.

shz.de von
26. Mai 2018, 19:51 Uhr

Der Bundesgerichtshof hat eine Klage des Axel-Springer-Verlags gegen den Anbieter des Werbeblockers „Adblock Plus“ zurückgewiesen. Es bestünden „keine hinreichenden Anhaltspunkte dafür […], dass das Geschäftsmodell der Bereitstellung kostenloser Inhalte im Internet zerstört wird“. Diese Grundsatzentscheidung schafft Rechtssicherheit auch für die vorzugswürdigen nicht-kommerziellen Werbeblocker wie „uBlock Origin“ (erhältlich u.a. für Firefox, Chrome und Safari).

Es gibt gute Gründe, am PC und auf dem Smartphone einen Werbeblocker einzusetzen. So lassen sich Internetseiten ohne aufdringliche Werbung besser lesen. Zudem lassen sich die Seiten  oft mehr als doppelt so schnell abrufen, und wer mit Volumenbegrenzung surft, spart mit Blockern viel Datenvolumen. Nicht zuletzt bedeuten Blocker auch mehr Sicherheit, weil sie vor Schadsoftware und kriminellem Phishing schützen, wenn man etwa die Filterliste „Malware Domains“ aktiviert. Außerdem Schutz vor Spionage: Die meisten Internetportale verfolgen unser Surfverhalten auf Schritt und Tritt (Surfprotokollierung), was zuletzt bei Facebook auf breite Kritik gestoßen ist. Überprüfen lässt sich das z.B. auf privacyscore.org. Beim Surfen auf anmeldefreien Seiten kann man sich mit einem Werbeblocker vor Ausspähung schützen, wenn spezielle Privacy-Filter aktiviert sind (z.B. „EasyPrivacy“ oder „Fanboy“s Enhanced Tracking List“).

Da journalistische Angebote auch werbefinanziert sind, sollten regelmäßige Nutzer mit eingeschaltetem Werbeblocker auf andere Weise zum Fortbestand ihrer Lieblingsangebote beitragen, z.B. mit einem Abo oder mit Spenden. Das ist nicht nur ein Gebot der Fairness. Eine vielfältige Medienlandschaft liegt in unserem ureigenen Interesse.

> Patrick Breyer ist Sprecher für Datenschutz bei der Piratenpartei.

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