Henckes Netzwelt : Wenn ein Gadget zur Gefahr wird

Ein Bastler stellt ein Video auf Youtube ein. Er hat eine Drohne zur Kampfmaschine umgebaut.

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20. Juli 2015, 11:23 Uhr

Vier Propeller, eine Kamera und eine Steuerung: Drohnen sind in den letzten paar Jahren zu einem beliebten Spielzeug für große und kleine Leute geworden. Mit ihnen lassen sich spektakuläre Aufnahmen von Landschaften, Städten oder Ereignissen machen. Der andere Blickwinkel ermöglicht völlig neue Perspektiven. Doch was Nutzer „Hogwit“ auf Youtube hochgeladen hat, hat mit dem Spaß, den eine Drohne machen kann, nicht mehr viel zu tun. Das Video zeigt eine fliegende Drohne in einem Waldstück. Die schießt allerdings keine Fotos, sondern Kugeln. Da wo die Kamera sein sollte, befindet sich eine Pistole. Vier Mal löst der Pilot die Waffe über die Fernsteuerung aus. Die Drohne wird bei jedem Rückstoß durchgeschüttelt, stabilisiert sich jedoch schnell. Was dort fliegt ist ganz klar eine potenzielle Killermaschine.

Anders als die militärischen Drohnen, kann offenbar jede Privatperson mit ein wenig Know-How einen handelsüblichen Quadrocopter zu so einem fliegenden Attentäter umbauen. Nicht auszudenken, wenn ein solches Gerät von den falschen Piloten geflogen wird. Egal ob über dem Kanzleramt oder bei öffentlichen Reden wichtiger Politiker: Der Terror aus der Luft scheint eine reelle Gefahr zu sein, wenn es so einfach ist eine Drohne zu modifizieren. Natürlich braucht es dann noch immer eine Schusswaffe. Wer kriminelle Ziele verfolgt, für den ist dies allerdings vermutlich kein Hindernis. Bei der Bundeswehr nimmt man die Bedrohung ernst. Dort arbeitet man bereits an Laserwaffen, die unter anderem Drohnen vom Himmel holen können. So kann man nur hoffen, dass die meisten Hobbyflieger weiterhin nur Fotos schießen. Zwar gibt es auch hier eine Debatte um die Privatsphäre, doch Fotos aus dem Nachbargarten bringen immerhin niemanden um.

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