Gellners Netzwelt : Weibliche 007 gesucht

Beim britischen Geheimdienst können sich 13-Jährige gegen Cyberkriminalität engagieren.

<p>Anna-Kathrin Gellner</p> von
02. März 2017, 10:52 Uhr

Ein Held, immer auf dem Sprung die Welt zu retten, gutaussehend, lässig und von allen bewundert. Willkommen in der Welt von James Bond. Für Frauen ist in dieser selbstverliebten Männerwirklichkeit nur wenig Platz – höchstens ein klein bisschen in den starken Armen des Agenten, zu Dekozwecken.

Dass dies im 21. Jahrhundert aber tatsächlich höchstens noch auf der Leinwand und keinesfalls mehr in der Wirklichkeit funktioniert, hat jetzt auch der britische Geheimdienst erkannt. Mit einer Online-Kampagne sucht er die weibliche 007 – auch um die Frauenquote in den eigenen Reihen zu erhöhen.
Zielgruppe sind aber nicht etwa erwachsene Frauen, mit beiden Beinen fest im Leben stehend, sondern 13- bis 15-jährige Mädchen. Sie können sich beim Geheimdienst bewerben, um dort Cyberkriminalität zu bekämpfen. Irgendwie passend, mögen sich die Organisatoren gedacht haben, sind die meisten Teenies ohnehin mehr online als offline unterwegs.

In Teams treten die Schülerinnen schließlich gegeneinander an. Die besten kommen ins Finale, wo sie „verdächtigen Aktivitäten“ im Internet nachgehen sollen. Die Gewinner bekommen eine Computerausrüstung für ihre Schule. Und der Geheimdienst gewinnt möglicherweise für die Zukunft talentierte Mitarbeiterinnen hinzu.

Auf die jungen Rekrutinnen dürften viele Aufgaben warten – wohl nicht nur das Aufdecken eines klassischen Hackerangriffs. Besonders Mädchen im Teenageralter sind häufig im Visier unter falscher Identität im Internet agierender Sexualtäter. Wie können sie vor gefährlichen Versprechen geschützt werden? Auch darauf haben die Mitarbeiterinnen von morgen vielleicht bald eine Antwort.

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