Maas’ Netzwelt : Von Selfies und Psychopathen

bma-autorin

Die Sozialforschung fragt: Wie ticken Männer, die viele Fotos von sich posten?

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13. Januar 2015, 09:36 Uhr

Liebe Frauen, vielleicht haben Sie es schon geahnt: Männer, die mehr Selfies in sozialen Netzwerken posten als andere, zeigen wahrscheinlich im sogenannten „echten Leben“ narzisstische – oder sogar psychopathische – Tendenzen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der Universität Ohio. Das Facebook-Foto aus dem Fitnessstudio, das Bild mit dem Welpen auf Instagram, der Twitter-Beweis, wie cool die neue Sonnenbrille ist: Massenhaft sind das besorgniserregende Zeichen.

Wer dabei die Bilder zum Vorteil verändert, also beschneidet oder einen Filter benutzt, zeigt laut der Social-Media-Studie eher narzisstische Züge. Schließlich glaubt ein Narzisst, schöner, schlauer und besser als die anderen zu sein – und ist gleichzeitig tief im Inneren unsicher. Einfach schnell ein Bild nach dem anderen schießen und hochladen – das scheint zur impulsiven, empathielosen Wesensart eines Psychopathen zu passen.

Ist der Selfies liebende Kollege, Ehemann oder Yoga-Lehrer also ein Axtmörder? Diese Frage ist laut der Autorin der Studie, Jesse Fox, unbegründet. Denn die narzisstischen oder psychopathischen Persönlichkeitsausprägungen bewegen sich alle in einem „normalen Rahmen“. Es sei keinesfalls von diagnostizierten Störungen zu sprechen.

Liebe Männer, kein Grund zur Panik: Es gibt auf dieser Welt sicher auch viele Narzisstinnen und Psychopathinnen. Doch über ihr Social-Media-Verhalten ist bisher nichts bekannt: Jesse Fox bezog den Datensatz nämlich von einem Magazin. Und das hatte nun mal 800 Männer zwischen 18 und 40 Jahren befragt – und keine Frauen.

Ich selbst habe übrigens in den vergangenen zwölf Monaten elf Selfies gepostet, manche bearbeitet, manche nicht. Meistens mit Freunden. Was das über meine Psyche aussagt? Keine Ahnung.

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