Wearables : Tragbare Technik: Begleiter auf Schritt und Tritt

Wie in „Star Wars“: Per Knopfdruck können bis zu 15 Personen über den „Onyx Communicator“ plaudern.
Wie in „Star Wars“: Per Knopfdruck können bis zu 15 Personen über den „Onyx Communicator“ plaudern.

Kreativ, nützlich und etwas skurill: Elektronik zum Anziehen ist Hightech und modisches Accessoire in einem.

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16. Dezember 2014, 09:57 Uhr

Sie sind der Renner unter den Weihnachtsgeschenken: elektronische Geräte. Neben Smartphone und Tablet zählen laut dem IT-Verband Bitkom in diesem Jahr auch Fitnessarmbänder zu den beliebtesten Präsenten. Immerhin 16 Prozent der Bundesbürger wollen ein solches Utensil verschenken oder anschaffen. Die Nutzer können mit dem Minicomputer am Handgelenk zum Beispiel Schritte und Kalorien zählen, den Puls messen oder die beim Sport zurückgelegten Strecken aufzeichnen. Auch eine Schlafanalyse-Funktion sollte nicht fehlen. Topgeräte protokollieren sogar die Ernährung.

Die bunten Armbänder aus Plastik gehören zu der neuen Produktgruppe tragbarer Technik, im Fachjargon „Wearables“ genannt:

Fitbit Charge
Dieses Armband ist ein Alleskönner: Das „Fitbit Charge“ misst Schlaf, Schritte, verbrannte Kalorien und Distanz. Das kleine Display des elektronischen Fitnesstrainers zeigt neben der Uhrzeit auch eingehende Anrufe an. Ein stummer Vibrationsalarm sorgt für sanftes Wecken. Eine Akkuladung reicht bis zu zehn Tage. Preis: rund 130 Euro.

Netatmo June
Der nächste Sommer kommt bestimmt: Das Arband „June“ aus dem Hause Netatmo soll gefahrloses Sonnenbaden ermöglichen, indem es die Sonneneinstrahlung misst und die Daten an eine App weiterleitet. Diese wertet sie aus und gibt entsprechend des eingestellten Hauttyps Empfehlungen wie Sonnencreme aufzutragen oder in den Schatten zu gehen. Preis: rund 95 Euro.

Neben Armbändern für Gesundheitsbewusste stehen Smartwatches in der Gunst der Verbraucher weit oben. Die cleveren Uhren nehmen Verbindung zum Smartphone auf, um zum Beispiel Benachrichtigungen über Anrufe und SMS anzuzeigen.
LG G Watch R
Während das eckige Design der ersten Smartwatch des südkoreanischen Herstellers LG bei den Experten auf Kritik stieß, kommt die im September vorgestellte LG G Watch R besser weg. Das scharfe Display, das die komplette Bildschirmfläche nutzt, verdient Lob. Im Inneren stecken Beschleunigungsmesser, Kompass, Barometer sowie Herzfrequenzmesser. Preis: rund 270 Euro.

Seit mehreren Jahren tüftelt iPhone-Hersteller Apple an seiner „Apple Watch“. Anfang 2015 soll sie auf den Markt kommen.

OnBeep Onyx Communictor
Walkie Talkies waren gestern – der „Onyx Communicator“ erlaubt Plaudereien von bis zu 15 Personen untereinander, vorausgesetzt diese verfügen ebenfalls über einen der 2,5-Zoll-großen Buttons am Hemdkragen. Per Bluetooth-Funk nimmt der Communicator Verbindung zu einem Smartphone auf. Die Einrichtung einer Gruppe erfolgt via App. Diese gibt’s es für Android- und iOS-Geräte. Noch befindet sich die Technik allerdings in der Entwicklung. Vorbestellungen sind aber schon möglich. Preis: rund 100 Euro.

HiFun hi-Hoodie
Die Kapuze aufsetzen und schon dröhnen Songs auf die Ohren: In dem Baumwoll-Smartshirt von der Firma HiFun in Dreieich bei Frankfurt/Main stecken gleich zwei Lautsprecher. In einer Brusttasche ist Platz für MP3-Player oder Smartphone. An ein Mikrofon mit Annahmeknopf hat der Anbieter ebenfalls gedacht. Das Bedienfeld auf der Vorderseite ist hingegen nur ein aufgenähtes Designelement. Der Pulli ist bei 30 Grad Celsius in der Waschmaschine waschbar - vorher aber nicht vergessen, Lautsprecher und Kabel zu entfernen. Das soll dem Hersteller zufolge einfach gehen. Den Pulli gibt es in den Farben Grau, Rot und Anthrazit. Preis: rund 110 Euro.

Cybergefahr
Smartwatches und andere tragbare Mini-Rechner wie etwa die Datenbrille Google Glass können ein ideales Mittel für Datenspionage sein. Davor warnt die IT-Sicherheitsfirma Kaspersky. So flutschen über Google Glass offenbar auch Daten unverschlüsselt über einen öffentlichen WLAN-Hotspot. Angreifer haben es damit leicht, Daten abzugreifen.

Andererseits kann der Besitzer einer Smartwatch, in die eine Kamera eingebaut ist, diese selbst als Spionagewerkzeug einsetzen, in dem er heimlich Fotos schießt, die die Privatsphäre anderer verletzen. Noch ist die Gefahr, Opfer von heimlichen Aufnahmen zu werden jedoch gering, da Geräte mit solcher Ausstattung kaum verbreitet sind.

Auch Fitnessarmbänder enthalten wertvolle Informationen über ihren Träger, die nicht nur für die Hersteller der Geräte, sondern auch für Krankenkassen interessant sein könnten. Der Träger sollte also vorsichtig sein, ob die Software seine Daten nicht nur auf dem eigenen Smartphone speichert, sondern ob auch Krankenkassen Zugriff auf sie haben. Ist dies der Fall, kann dies unter Umständen dazu führen, dass diese Gesundheitsdaten in die Berechnung von Leistungen einbezogen werden. So versetzte die Generali-Versicherung im November Datenschützer in Aufruhr, als sie ankündigte, künftig bei der Lebens- und Krankenversicherung auf Fitnessdaten zurückgreifen zu wollen. digitext/sh:z

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