Zukunftswissenschaftler : Soziale Netzwerke bei Senioren gefragt

Soziale Netzwerke im Internet sind auch für Senioren interessant, einen Boom gibt es nach Ansicht des Zukunftswissenschaftler Horst Opaschowski in naher Zukunft aber nicht.

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18. Juli 2011, 12:25 Uhr

"Rentner sind "Trendner", wenn es um Lebensqualität geht. Bei technologischen Neuerungen aber kommen sie in der Regel erst mit Zeitverzögerung hinterher - und warten ab, bis die ersten Kinderkrankheiten neuer Produkte überwunden sind", sagte der Professor in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Nicht jeder Rentner werde bald einen Facebook-Account haben. "Groß ist der Neuheits- und Neugiereffekt insbesondere bei den erfahrenen Usern - die Mehrheit aber hält sich zurück."
Für den Experten offenbaren sich bei den Internetnutzern die Generationsunterschiede: "Die Skepsis der Senioren ist beinahe angeboren. Sie haben im Leben gelernt, Tempo und Hektik zu relativieren, Bewährtem zu vertrauen und gelassen auf Neues zu reagieren. Riskante Schnellschüsse überlassen sie den Jungen. Ansonsten pflegen sie mehrheitlich lieber Face-to-Face-Beziehungen als Facebook-Kontakte."
Von einem rasanten Anstieg der Nutzerzahlen in Deutschland geht Opaschowski nicht aus. "Soziale Netzwerke sind auch im Seniorenmarkt ein Zukunftspotenzial. Es wird aber keine Explosion geben. Zu groß ist die Angst vor Datenmissbrauch, Eingriffen in die Privatsphäre oder Vermarktung von Persönlichkeitsmerkmalen und -rechten", erklärte er. "Vor fünfzig Jahren lautete die Frage "Hast du Telefon?" In naher Zukunft werden Senioren auf die Frage "Hast du Facebook?" oft mit "Ja", aber immer öfter mit "Nicht mehr" antworten."
(dpa, shz)

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