Bornemanns Netzwelt : „Smart Baby Monitor“: Der Spion im Kinderzimmer

Achtung, Baby auf Sendung! Wie Eltern heute zu totalen Überwachern werden.

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02. März 2016, 08:00 Uhr

Neulich im Kinderladen. Ein werdender Vater begutachtet die neusten Neuigkeiten auf dem Markt der Babyüberwachung. Sie heißen „Watch&Care“, „Protection Cube“ und „Smart Baby Monitor“ und sind für Eltern so etwas wie verlängerte Ohren und Augen, die bis ins Kinderzimmer reichen. Während Mama und Papa abends im Wohnzimmer einen Wein mit Freunden trinken, können sie sicher sein, dass Söhnchen oder Töchterchen selig schlummern – falls nicht, würden sie es über den Empfänger des Babyphones zum einen lautstark hören, immer häufiger aber auch auf einem kleinen Display sehen. Denn der Trend geht weg vom Sound-Babyphon und hin zur optischen Überwachung des Nachwuchses mit sogenannten Videophones – Kinderzimmer-Funk 2.0 sozusagen. Es gibt sogar Geräte, die mit Hilfe einer Sensormatte, die man ins Kinderbettchen legt, die Bewegungen des Sprösslings und seine Atmung kontrollieren. Sobald über einen gewissen Zeitraum keine Bewegungen registriert werden, wird der Alarm ausgelöst.

Diese neuen Möglichkeiten sind Fluch und Segen zugleich. Muss man das – oder ist das Quatsch? Überängstliche Eltern können dadurch vielleicht endlich mal einen entspannten Abend verbringen, ohne alle fünf Minuten ins Kinderzimmer zu luschern. Andererseits kann falscher Alarm Panik auslösen. Und kann man nicht einfach darauf vertrauen, dass alles gut ist?

Manche schwören auch auf das eigene Handy als Überwachungszentrale – über eine App lässt es sich zum Babyphone umwandeln. Was viele bei all der Technik, die sie ins Kinderzimmer schleusen, vergessen: Wo Strom fließt, gibt es auch elektromagnetische Strahlung – besonders viel, wenn ein Handy im Spiel ist. Willkommen in der digitalen Fürsorge-Zwickmühle.

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