Fligges Netzwelt : Schluss mit dem Schummeln

Software sorgt dafür, dass wir uns immer schwerer mit fremden Federn schmücken können.

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21. Juli 2016, 19:06 Uhr

Die Zeiten für Abschreiber könnten nicht besser sein. Musste man früher für einen Aufsatz oder eine Rede noch Bücher wälzen, macht es heute eine einfache Google-Suche. In Sekunden! Das geht bei weisen Zitaten auf Geburtstagskarten los. Es wirkt schon sehr weltgewandt und belesen, wenn man zu jedem Anlass die passende Referenz aus der Literatur aus dem Ärmel schüttelt.

Ob Melania Trump ihre Rede für den vergangenen Parteitag der Republikaner ähnlich verfasst hat wie 90 Prozent der Geburtstagskarten-Schreiber ihre Grüße? Die Frau von Milliardär Donald Trump wollte sich als nächste „First Lady der USA“ empfehlen – und bediente sich für ihre Rede ausgerechnet bei einer Ansprache der noch amtierenden Ersten Dame der USA, Michelle Obama. Das ambitionierte Ex-Model Trump soll ihre Redenschreiber übergangen und ganze Passagen von Obama übernommen haben. Politischen Beobachtern fällt das natürlich auf.

Eine Software weiß es ganz genau: 46 Prozent der Rede sind abgeschrieben, sagt der Plagiat-Checker „Small SEO Tools“. Einige US-Medien bedienen das Programm „Turnitin.com“ und kommen zu dem Ergebnis, dass ganze Passagen von bis zu 23 Wörtern am Stück übereinstimmen. Die Software-Hersteller weisen darauf hin, dass die Wahrscheinlichkeit von einer Übereinstimmung von 16 Wörtern bei eins zu einer Trillion liegt.

Die Milliardärs-Gattin bestreitet nun, bei der Rivalin im Weißen Haus geklaut zu haben. Wer eine Geburtstagskarte von Trump bekommt, sollte trotzdem skeptisch bleiben. Die Zeiten für Abschreiber – sie sind dank Software dann doch nicht so gut.

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