Matthies' Netzwelt : Rivale für teure Taschenrechner

Viele Schüler tun sich in Mathe und Physik schwer. Neue Lehrmethoden könnten das ändern. /dpa
App statt Taschenrechner: Das könnte Eltern eine Menge Geld sparen.

Eine App könnte grafikfähige Taschenrechner in der Schule ersetzen. Eltern würden sich freuen.

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16. Mai 2017, 07:23 Uhr

In der Schule ist es noch reine Zukunftsmusik: Eine App, die im Unterricht anstelle eines teuren, grafikfähigen Taschenrechners genutzt wird. Dabei gibt es sie schon seit Langem. In den USA wird durch die Kooperation des App-Entwicklers Demos mit einem Bibliothekskonsortium nun der Einsatz in 14 Bundesstaaten auch bei Prüfungen möglich. Davon ist man an Schulen in Deutschland aber leider noch meilenweit entfernt. Dabei könnten Eltern eine Menge Geld sparen.

Das Taschenrechner-Modell des Herstellers Texas Instruments, der TI-84 Plus C, kostet im Onlinehandel rund 125 Euro. Eltern müssen das Gerät kaufen, sobald der Einsatz in der Schule verlangt wird.

Dabei scheint die Technik des Geräts längst veraltet. Hier nur einige Produktdetails: Dreifach belegte Tasten, farbiges Grafik-Display, 240 x 320 Bildpunkte. Der Modellname entspricht dem Baujahr, möchte man meinen. Den TI-84 Plus C gibt es aber erst seit 2013.

Doch existieren entscheidende Gründe, warum Eltern für den Schultaschenrechner immer noch und wahrscheinlich auch weiterhin zu viel Geld berappen müssen: Lehrer sparen sich den Einarbeitungsaufwand in neue Geräte, die zwei Anbieter Casio und TI, die sich das Hoheitsgebiet der Bundesrepublik brüderlich aufgeteilt haben, schenken sich den Entwicklungsaufwand, und die Schulverwaltung spart sich neue Lehrpläne.

Natürlich stellt sich die Frage, ob es im Jahr 2017 noch zeitgemäß ist, dass Schulkinder mit einem Taschenrechner operieren müssen, Tablets jedoch zu Hause und Handys ausgeschaltet im Ranzen bleiben müssen.

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